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Silber für Vanessa Hinz:Die Trainer müssen sie manchmal "kitzeln"

Im Training muss man sie manchmal ein bisschen "kitzeln", sagen ihre Trainer, Hinz selber sagt: "Ich bin kein Stundenklopfer." Stumpfes Kilometer abspulen ist nicht ihr Ding, und das ist ja auch tatsächlich eine Frage der Motivation: Wie bringt man sich selbst immer wieder dazu, sich zu quälen, wenn auf dem Podium doch meist die anderen landen? "Ich kann schon den Berg hochfahren, wenn man mir sagt, ich krieg' oben einen Kuchen. Dann ist alles in Ordnung, wenn ich so ein Ziel habe", sagt sie, und die Kuchen schafft sie sich dann selbst: Urlaub, Ausflüge, Zeit mit der Familie haben, nach dem erledigten Training.

"Ich bin manchmal vielleicht ein bisschen anders, weil ich ein Familienmensch und Lebemensch nebenbei bin", sagt Hinz. Biathlon ist auch nur Biathlon, diese Einstellung hat ihr geholfen in den Krisenmomenten. Am Wochenende fährt sie oft von Ruhpolding nach Hause zum Schliersee, der Familie ist es "total egal, wie gut ich bin. Die leiden mit mir mit, aber für die bin ich die Schwester, die Nichte, die Enkelin oder einfach die Tochter." Und nicht die mit den Strafrunden oder Rang 35 zum Saisonstart.

"Ich muss aus jedem schlechten Rennen etwas Gutes rausziehen, weil das Rennen sonst umsonst war", sagt Hinz, diese Einstellung hat ihr über die Enttäuschungen der letzten Jahre hinweggeholfen. Ihre Kraftquellen sucht sich Hinz selber, seit ein paar Jahren gehören auch Opern dazu. Andrea Bocelli, Luciano Pavarotti, Carmina Burana. "Sport und Musik sind gar nicht so weit auseinander", findet sie, Leidenschaft müssen Sportler und Sänger gleichermaßen aufbringen. "Wenn wir nur halbherzig laufen, merkt man es sofort", erklärt Hinz: "Wenn die nur halbherzig singen dann hörst du es auch sofort."

Am Dienstag in Antholz war Vanessa Hinz mit ganzem Herzen dabei.

© SZ.de/ebc

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