Biathlon in OberhofGiacomel widmet den Sieg seinem toten Freund

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Für Sivert: Tommaso Giacomel gilt als ein enger Freund des verstorbenen Sivert Bakken.
Für Sivert: Tommaso Giacomel gilt als ein enger Freund des verstorbenen Sivert Bakken. (Foto: Matthew Childs/Reuters)
  • Tommaso Giacomel gewinnt den Biathlon-Weltcup in Oberhof und widmet den Sieg seinem verstorbenen Freund Sivert Bakken.
  • Der norwegische Biathlet Sivert Bakken wurde am 23. Dezember tot im Hotelzimmer im Trainingslager gefunden.
  • Das Rennen wurde symbolisch für Bakken gestartet, seine norwegischen Teamkollegen hielten unter Tränen seine Startnummer hoch.
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Zweieinhalb Wochen nach dem Tod des norwegischen Biathleten Sivert Bakken stehen beim Weltcup in Oberhof zwei seiner engsten Freunde auf dem Podest – ein emotionaler Moment.

Von Korbinian Eisenberger

Schwarz und Weiß, Trauer und Freude, Tod und Leben, dafür stand dieser Moment: Der Italiener Tommaso Giacomel war soeben als Sieger ins Ziel von Oberhof geskatet, er hatte den Deutschen Phillipp Nawrath bezwungen und den Norweger Johannes Dale-Skjevdal. Hinter der Ziellinie fielen sie sich in die Arme, Giacomel und Dale-Skjevdal, als würde sie einander auffangen. Zehntausende Zuschauer jubelten ihnen von den Tribünen zu, doch aus den Gesichtern der beiden Biathleten sprach: Schmerz. Nicht der gewöhnliche Schmerz, der in die Beine schießt, wenn man den Birxsteig von Oberhof auf Langlaufskiern erklimmt. Sondern ein tieferes Gefühl, das kein Podestplatz der Welt verdrängen kann.

Die Brandkatastrophe im Wintersportort Crans-Montana, zuvor der plötzliche Tod des Biathleten Sivert Bakken: Der Wintersport durchlebt finstere Zeiten, schwarze Trauerflore prägen dieser Tage das Bild auf den Langlaufloipen und Skipisten der Weltcuporte. Der erste Weltcuptag der Biathleten in Oberhof wird als Widmung an den im Dezember verstorbenen Norweger in Erinnerung bleiben. Symbolisch wurde das Rennen gestartet, minutenlanges Klatschen für den Mann, der am Tag vor Heiligabend im Trainingslager tot im Hotelzimmer aufgefunden wurde. Seine norwegischen Teamkollegen hielten unter Tränen die für Bakken bestimmte Startnummer 1 hoch. Die sportlichen Ergebnisse waren zweitrangig, aber es musste weitergehen. Und in Oberhof ging es weiter.

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Tatsächlich standen beim ersten Weltcup-Wettkampf des Jahres zwei seiner engsten Freunde auf dem Podest: Dale-Skjevdal und Giacomel, der am Todestag seines Freundes mit ihm zum Skifahren verabredet war, wie er im Internet zuvor selbst mitgeteilt hatte. „Es ist einer meiner besten Tage beim Biathlon und gleichzeitig einer meiner schlechtesten, weil Sivert nicht mehr hier ist“, sagte Giacomel nun nach seiner Zielankunft in der ARD: „Das macht mich extrem traurig.“ Den Sieg widmete er seinem verstorbenen Freund.

Bakkens Teamkollege Johan-Olav Botn, der im Thüringer Wald erkrankt fehlt, hatte den 27-Jährigen am 23. Dezember tot in dessen Hotelzimmer in Lavazé gefunden. Offenbar trug Bakken zum Todeszeitpunkt eine Höhentrainingsmaske, das Ergebnis der Autopsie wird erst Anfang März erwartet. Das norwegische Team arbeitet seither mit einem Psychologen. Die Beerdigung Bakkens ist Anfang kommender Woche in Lillehammer geplant, kurz vor dem Start des Weltcups in Ruhpolding.

Dass Philipp Nawrath Tageszweiter wurde, Philipp Horn als Siebter und zweitbester Deutscher ins Ziel kam, David Zobel auf Rang zwölf und Lucas Fratzscher auf Rang 16 landete? Dass Franziska Preuß im Sprint der Frauen Fünfte wurde und bei nur einem Schießfehler ähnliche Hinweise auf einen Formanstieg hinterließ wie Janina Hettich-Walz als Sechste (beim Sieg der Schwedin Elvira Öberg vor Suvi Minkkinen aus Finnland und Julia Simon aus Frankreich)? Dieses gute deutsche Gesamtergebnis beim Heimweltcup geriet an diesem Tag zur Nebensache.

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