Biathlon Laura Dahlmeier muss lange pausieren

Aktuell nicht gesund: Laura Dahlmeier macht eine Pause vom Sport.

(Foto: dpa)
  • Kurz vor Saisonbeginn kündigt Laura Dahlmeier eine Auszeit vom Sport an. Die beste deutsche Biathletin hat Probleme mit dem Immunsystem.
  • "Immer wenn ich dachte, dass es jetzt endlich aufwärts geht, kam gleich der nächste Infekt oder wieder irgendein gesundheitliches Problem", sagt Dahlmeier.
  • Der Saisonstart in in Pokljuka (2. bis 9. Dezember) könnte ohne sie stattfinden.

Sechs Wochen vor dem ersten Biathlon-Rennen der neuen Saison ist völlig offen, wann Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier in den Weltcup einsteigt. Siebeneinhalb Monate nach ihren beiden Goldmedaillen bei Olympia in Pyeongchang muss die siebenmalige Weltmeisterin eine längere Zwangspause einlegen. Weil die 25-Jährige in den letzten 16 Wochen immer wieder von gesundheitlichen Problemen geplagt wurde, setzt sie auf Anraten der Ärzte erst einmal mit dem Training aus.

"Aktuell fühle ich mich einfach nicht so, wie es notwendig ist, um professionell trainieren zu können. Ich muss jetzt einfach auf meinen Körper hören und - wie man so schön sagt - Luft ranlassen", erklärte Dahlmeier ihre Auszeit am Montag in einer Mitteilung des Deutschen Skiverbandes (DSV). Dahlmeiers Immunsystem sei nach Aussage von Mannschaftsarzt Klaus-Jürgen Marquardt "aktuell ziemlich geschwächt. Hohe Intensitäten, große Trainingsumfänge oder Stress sind in der jetzigen Situation absolut kontraproduktiv."

Somit ist offen, ob die Ausnahme-Skijägerin zum Saisonauftakt Ende November im slowenischen Pokljuka starten oder vor Weihnachten überhaupt Weltcup-Rennen bestreiten kann. Ein vorzeitiges Karriereende wie einst bei Rekord-Weltmeisterin Magdalena Neuner, die mit 25 Jahren aufhörte, steht bei der Skijägerin aus Garmisch-Partenkirchen aber "absolut nicht zur Debatte. Zielsetzung ist, dass Laura möglichst bald wieder zu 100 Prozent gesund und leistungsfähig ist und dann natürlich in diesem Winter Rennen bestreiten kann", sagte DSV-Sprecher Stefan Schwarzbach.

Dahlmeier zog sich nach einem Mountainbikesturz eine Schnittverletzung zu

Dahlmeier nahm sich nach der anstrengenden Olympia-Saison eine längere Auszeit, erholte sich unter anderem in Georgien bei Skitouren im Gebirge, zog sich dann knapp vier Wochen auf eine Alm zurück. "In mir brennt wieder das Feuer. Ich habe wieder Lust auf Biathlon und bin supermotiviert", hatte Deutschlands Sportlerin des Jahres 2017 Anfang Juli in einem Interview dem Münchner Merkur gesagt.

Nach zwei Monaten ohne Gewehr in der Hand stieg sie verspätet in die Saisonvorbereitung ein. Doch im Juli zog sich Dahlmeier bei einem Sturz mit dem Mountainbike eine Schnittverletzung am Oberschenkel zu, eine Infektion kam hinzu. Wenig später folgte eine Weisheitszahn-Operation sowie ein langwieriger Infekt, der Trainingseinschränkungen nach sich zog. Auch beim Lehrgang im österreichischen Hochfilzen hatte Dahlmeier zuletzt nicht alle Einheiten wie geplant absolvieren können.

"Ich war ganz zuversichtlich, dass ich die stressige Olympiasaison gut verkraftet habe. Aber immer wenn ich dachte, dass es jetzt endlich aufwärts geht, kam gleich der nächste Infekt oder wieder irgendein gesundheitliches Problem. Die letzten Wochen waren deshalb nicht gerade leicht für mich", bekannte Dahlmeier. Schon in der Vergangenheit hatte sie mit Verletzungen und Infekten zu kämpfen. Bei der Weltmeisterschaft 2017 in Hochfilzen erlitt sie mehrere Schwächeanfälle, gewann aber dennoch fünf Titel.

Dahlmeier, die ihre Karriere bis zur WM 2020 in Antholz fortsetzen will, gibt sich jedoch kämpferisch: "Ich bin mir sicher, dass ich den Trainingsrückstand wieder ganz gut aufholen kann, wenn ich wieder voll belastbar bin."

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