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Biathlon in Oberhof:Von Platz 13 auf vier: Deutsche Staffel holt auf

Biathlon Weltcup Oberhof

Starke Schlussläuferin: Denise Herrmann.

(Foto: dpa)

Beim Heim-Weltcup in Oberhof geht der Sieg an die Norwegerinnen. Die deutschen Volleyballer verpassen Olympia, Frankreich blamiert sich bei der Handball-EM.

Biathlon, Oberhof: Im ersten Staffelrennen nach dem Debakel von Hochfilzen haben die deutschen Biathletinnen den angestrebten Podestplatz verpasst. Beim Heim-Weltcup in Oberhof mussten sich Vanessa Hinz, Debütantin Janina Hettich, Maren Hammerschmidt und Denise Herrmann nach einer Strafrunde und elf Nachladern mit Rang vier zufrieden geben. Mitte Dezember hatten die DSV-Frauen mit Platz zwölf in Österreich für einen historischen Tiefpunkt gesorgt. Der Rückstand auf die Norwegerinnen (0 Strafrunden/11 Nachlader), die vor 22.750 Zuschauern im dritten Saisonrennen den dritten Sieg holten, betrug 1:10,4 Minuten. Die Plätze zwei und drei gingen an Schweden (0/10/21,1 Sekunden zurück) und Frankreich (0/12/33,1 Sekunden zurück).

Die eigentlich routinierte Startläuferin Hinz brachte ihr Team durch eine Strafrunde direkt arg ins Hintertreffen. Mit knapp einer Minute Rückstand schickte sie die 23-jährige Hettich auf Rang 13 ins Rennen, die mit nur zwei Nachladern ein gutes Staffel-Debüt ablieferte. Rückkehrerin Hammerschmidt konnte jedoch bei ihrem ersten Staffel-Einsatz seit knapp zwei Jahren am Stehendanschlag eine weitere Strafrunde nur in höchster Not vermeiden. Nach einem wackeligen Liegendschießen reichte Verfolgungs-Weltmeisterin Herrmann auch eine perfekte Stehendserie nicht, um noch in ernsthafte Reichweite des Podiums zu kommen.

Handball, EM: Mitfavorit Frankreich hat sich bei der Handball-Europameisterschaft gewaltig blamiert. Der dreimalige Titelträger unterlag Portugal in der Gruppe D in Trondheim sensationell mit 25:28 (9:12) und muss damit um den Einzug in die Hauptrunde bangen. Das Team um Nikola Karabatic zeigte eine ganz schwache Vorstellung gegen beherzt aufspielende Portugiesen. Nach einem 19:22-Rückstand (49.) glichen die Franzosen zwar noch einmal aus (22:22/53.), doch der Außenseiter hatte in der Schlussphase die besseren Nerven.

"Wir haben nicht das getan, was der Trainer von uns gefordert hat. Wir haben zu individuell gespielt. Die portugiesische Abwehr ist wirklich stark, man muss sie bewegen, aber wir haben alles andere getan", sagte Frankreichs Kapitän Cedric Sorhaindo. Portugals Joao Ferraz freute sich über ein "unglaubliches Spiel." Es sei das Ergebnis "großartiger Teamarbeit" gewesen, "wenn man bedenkt, dass fünf unserer Spieler Fieber haben."

Da in Vize-Weltmeister Norwegen noch ein weiterer Titelfavorit in der Gruppe D spielt, stehen die Franzosen nun gewaltig unter Druck. Die Norweger besiegten zum Start Bosnien und Herzegowina 32:26 (17:12). Der künftige Kieler Sander Sagosen erzielte zwölf Treffer. Co-Gastgeber Österreich ist in der Gruppe B derweil ein Start nach Maß geglückt. Die Österreicher besiegten in Wien Tschechien 32:29 (13:14). Der Kieler Nikola Bilyk glänzte ebenfalls mit zwölf Treffern für Österreich.

Bob, Weltcup: Die deutsche Zweierbob-Meisterin Laura Nolte hat für eine große Überraschung gesorgt und beim zweiten Weltcup-Einsatz ihrer Karriere den ersten Sieg gefeiert. Die 21-Jährige gewann am Samstag mit Anschieberin Deborah Levi das Rennen im französischen La Plagne und ließ dabei die Kanadierin Christine de Bruin um gut zwei Zehntelsekunden hinter sich. Stephanie Schneider rundete mit Leonie Fiebig das aus deutscher Sicht starke Ergebnis als Dritte ab, nur eine Hundertstelsekunde trennte sie von Rang zwei.

Olympiasiegerin Mariama Jamanka war mit Annika Drazek wie so oft in diesem Winter nur dritte Kraft bei den deutschen Frauen und wurde Fünfte hinter Kaillie Humphries (USA). Die zweimalige Olympiasiegerin führt den Gesamtweltcup weiter vor Schneider an. Nolte war erst zum Jahreswechsel in den Weltcup-Kader gerückt, die Jugend-Olympiasiegerin von 2016 wurde bei ihrem Debüt auf ihrer Heimbahn in Winterberg am vergangenen Wochenende dann gleich Dritte. Mit dem Sieg auf der ihr zuvor weitgehend unbekannten Bahn in La Plagne steigt Nolte auch zur Hoffnungsträgerin für die Heim-WM in Altenberg (17. Februar bis 1. März) auf.

Kombination, Weltcup: Der deutsche Nordische Kombinierer Vinzenz Geiger hat sich seinen zweiten Saisonsieg gesichert und Überflieger Jarl Magnus Riiber damit dessen zweite Niederlage in diesem Winter zugefügt. Der 22 Jahre alte Oberstdorfer setzte sich am Samstag nach einem Sprung und einem Zehn-Kilometer-Lauf im italienischen Val di Fiemme vor seinem norwegischen Rivalen Riiber und dessen Landsmann Joergen Graabak durch. Fabian Rießle belegte den vierten Platz. Riiber war nach einem überragenden Sprung einmal mehr als Erster gestartet, wurde diesmal aber von einer großen Gruppe noch eingeholt. Im Schlussspurt zeigte Geiger dann seine ganze Klasse.

Volleyball, Olympia: Georg Grozer winkte den Fans noch einmal zu und bedankte sich für die Unterstützung, seine Enttäuschung konnte der deutsche Spitzenspieler aber nicht verbergen. Mit den Händen in den Hüften gestemmt und einem traurigen Blick sah Grozer den französischen Spielern zu, die durch die Halle tanzten und das begehrte Ticket zu den Olympischen Spielen in Tokio bejubelten. Nach dem deutlichen 0:3 (20:25, 20:25, 23:25) im Finale des des Qualifikationsturniers in Berlin verfolgen die deutschen Volleyballer Olympia zum zweiten Mal nacheinander nur als Zuschauer. "Wir haben nicht schlecht gespielt, aber Frankreich hat ein super starkes Spiel gemacht. Wir waren in jedem Satz dran", sagte Moritz Reichert. Für Grozer war es wohl der letzte Auftritt im Nationaltrikot - die Länderspielkarriere des 35-Jährigen endet ohne das finale Highlight in Japan. Die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbands (DVV) hatte sich mit guten Leistungen ins Finale vorgekämpft. Dort kamen sie gegen die Franzosen an ihre Grenzen.

Schon beim zweiten Ballwechsel kollidierte Grozer am Netz mit einem Gegenspieler. Der Diagonalangreifer, der wegen einer Blessur an der rechten Wade im letzten Gruppenspiel gegen Slowenien (2:3) pausiert hatte, blieb mit neuerlichen Schmerzen am Bein kurzzeitig auf dem Hallenboden liegen und wurde behandelt. Grozer, so schien es, würde in seinem womöglich letzten Spiel für den Verband verletzungsbedingt zu einem Kurzeinsatz kommen. Doch es kam anders: Grozer rappelte sich auf, humpelte jedoch und dehnte immer wieder die lädierte Wade. Mit Grozer entwickelte sich zunächst ein Duell auf Augenhöhe, in dem sich die Franzosen allerdings zunehmend Vorteile erspielten. Vor allem die starke Blockarbeit stellte das deutsche Team vor Probleme. Auch in der Ballannahme leistete sich Frankreich kaum Schwächen.

© SZ.de/dpa/sid/ebc
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