Elf Wettbewerbe in 13 Tagen: Die Biathletinnen und Biathleten haben ein straffes Programm bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand/Cortina. Allerdings finden alle Biathlon-Rennen im von Mailand fast 400 Kilometer entfernten Antholz in Südtirol statt.
Olympia 2026: Biathlon-Zeitplan in Antholz
Neben je einem Staffel-Rennen gehen die Biathletinnen und Biathleten jeweils viermal in die Loipe. Davor macht den Auftakt die Mixed-Staffel, bei dem pro Nation zwei Männer und zwei Frauen an den Start gehen.
- 8. Februar: Mixed-Staffel, 4 x 6 km - Gold: Frankreich
- 10. Februar: Einzel, 20 km, Männer - Gold: Johan-Olav Botn (Norwegen)
- 11. Februar: Einzel, 15 km, Frauen - Gold: Julia Simon (Frankreich)
- 13. Februar Sprint, 10 km, Männer - Gold: Quentin Fillon Maillet (Frankreich)
- Samstag, 14. Februar: Sprint, 7,5 km, Frauen - Gold: Maren Kirkeeide (Norwegen)
- Sonntag, 15. Februar: Verfolgung, 12,5 km, Männer - Gold: Martin Ponsiluoma (Schweden)
- Sonntag, 15. Februar: Verfolgung, 10 km, Frauen - Gold: Lisa Vittozzi (Italien)
- Dienstag, 17. Februar: Staffel, 4 x 7,5 km, Männer - Gold: Frankreich
- Mittwoch, 18. Februar: Staffel, 4 x 6 km, Frauen - Gold: Frankreich
- Freitag, 20. Februar: Massenstart, 15 km, Männer - Gold: Johannes Dale-Skjevdal (Norwegen)
- Samstag, 21. Februar, 14.15 Uhr: Massenstart, 12,5 km, Frauen, ARD und Eurosport
In der Mixed-Staffel war Frankreich am schnellsten und gewann mit einem großen Vorsprung vor Italien. Deutschland musste zum Schluss in die Strafrunde und holte trotzdem Bronze.
Im Einzelrennen über 20 Kilometer holte sich Johan-Olav Botn aus Norwegen Gold. Sein Landsmann Sturla Holm Laegreid kam als Dritter ins Ziel. Silber ging an Frankreich und Eric Perrot.
Beim Einzelrennen über 15 Kilometern war Julia Simon (Frankreich) trotz einer Strafminute am schnellsten. Mit einigem Abstand dahinter - und noch einer Strafminute mehr - kam ihre Landsfrau Lou Jeanmonnot ins Ziel. Auf Platz 3 landete die große Überraschung des Tages: Lora Hristova aus Bulgarien.

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Kirkeeide verhindert Goldenen Sprint für Frankreich
Im Sprint der Männer holte sich der Altmeister Quentin Fillon Maillet aus Frankreich die Goldmedaille. Dahinter landeten zwei Norweger auf dem Podest. Vetle Sjaastad Christiansen gewann Silber, Sturla Holm Laegreid seine zweite Bronze-Medaille. Für das Verfolgungsrennen müssen die deutschen Männer auf einige Fehler der Top-Leute hoffen.
Im Sprint der Frauen hatten die deutschen Biathletinnen vor allem in der Loipe Defizite. Gold holte die fehlerfreie und schnelle Maren Kirkeeide (Norwegen) vor der Französin Oceane Michelon. Lou Jeanmonnot (Frankreich) schoss einmal daneben, holte aber noch Bronze. Im Verfolgungsrennen hat Franziska Preuß, als Siebte beste Deutsche, schon eine Minute Rückstand.
Vittozzi macht Italien glücklich
Beim Verfolgungsrennen schnappte sich Martin Ponsiluoma aus Schweden die Goldmedaille bei den Männern. Zweiter wurde Sturla Holm Laegreid (Norwegen), der nach zweimal Bronze nun auch Silber gewann. Emilien Jacquelin (Frankreich), im Sprint noch bitterer Vierter, jubelte über Bronze.
Italien hat seine Goldmedaille. Mit einem perfekten Rennen machte Lisa Vittozzi ein ganzes Land glücklich. Auf Platz zwei folgte Sprint-Olympiasiegerin Maren Kirkeeide (Norwegen). Suvi Minkkinen holte Bronze für Finnland. Franziska Preuß war auf Medaillenkurs, ehe sie im letzten Schießen zwei Fehler schoss.
Frankreichs nächste Zauberstücke in der Staffel
In der Männer-Staffel lieferten sich Frankreich, Norwegen und Schweden ein spannendes Rennen bis zum vorletzten Schießen. Dann zog Frankreich davon, gewann Gold, Norwegen blieb dran und holte Silber. Für Schweden blieb Bronze. Deutschland wurde Vierter.
In der Frauen-Staffel war Frankreich unschlagbar. Trotz Strafrunde der ersten Läuferin war der Vorsprung am Ende bei knapp einer Minute. Silber holte Schweden, Norwegen sicherte sich Bronze. Für Deutschland blieb mal wieder nur Platz 4.
Dale-Skjevdal triumphiert im Massenstart
Im abschließenden Massenstart der Männer jubelte wie zu Beginn der Spiele ein Norweger. Johannes Dale-Skjevdal ließ sich trotz böigem Wetter nicht aus der Ruhe bringen und gewann souverän vor Sturla Holm Laegreid (Norwegen). Philipp Horn wurde auf der Schlussrunde noch vom Altmeister und Überflieger Quentin Fillon Maillet überholt. Der Franzose holte Bronze, für den Deutschen blieb nur der vierte Platz.

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Biathlon bei Olympia im TV und Stream
Eurosport und der kostenpflichtige Livestream Discovery+ sowie HBOMax zeigen alle Rennen live und in voller Länge. ARD und ZDF wechseln sich wie bei allen Großereignissen ab. In den jeweiligen Mediatheken sowie bei Sportschau und Sportstudio können Zuschauer die Wettbewerbe ebenfalls im Livestream sehen.

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Für Biathleten und Biathletinnen ist Antholz in Südtirol ein besonderer Austragungsort. Das Stadion, die „Südtirol Arena“, liegt auf rund 1600 Metern über dem Meeresspiegel und ist damit die höchstgelegene Wettkampfstätte im Biathlon-Weltcup.
Die dünnere Luft und der damit verbundene geringere Sauerstoffgehalt stellen für die Athleten und Athletinnen eine erhebliche physische Belastung dar, was die Laufleistung in der Loipe und die Konzentrationsfähigkeit am Schießstand beeinflusst. Unter anderem deshalb werden zahlreiche Nationen ins sogenannte Höhentrainingslager gehen, um die Sportlerinnen und Sportler rechtzeitig zu akklimatisieren.
Möglich ist das auch mit einer Höhentrainingsmaske. Die ist spätestens seit dem plötzlichen Tod des norwegischen Biathleten Sivert Guttorm Bakken umstritten. Als der 27-Jährige von seinem Teamkollegen gefunden wurde, trug Bakken eine solche Maske. Derzeit sind solche Masken im Biathlonweltcup vorläufig verboten.

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Antholz als gutes Omen für die deutschen Athleten
Das Stadion hat eine Kapazität für circa 15 000 Zuschauer, wovon rund 3000 Sitzplätze sind. Zusätzlich versammeln sich zahlreiche weitere Fans entlang der Wettkampfstrecken, um die Sportler und Sportlerinnen anzufeuern.
Deutsche Fans erinnern sich gerne an Antholz: Bei den Weltmeisterschaften 2007 gewann Magdalena Neuner, die während der WM 20 Jahre alt wurde, drei Goldmedaillen. Dieser Erfolg markierte den Beginn ihrer Karriere und machte sie zur bis dahin jüngsten Dreifach-Weltmeisterin. Insgesamt holte das DSV-Team damals elf Medaillen: fünfmal Gold, dreimal Silber und dreimal Bronze.
Amtierende Olympiasieger von 2022
- Sprint (M): Johannes Thingnes Bö (Norwegen)
- Sprint (F): Marte Olsbu Roiseland (Norwegen)
- Verfolgung (M): Quentin Fillon Maillet (Frankreich)
- Verfolgung (F): Marte Olsbu Roiseland (Norwegen)
- Massenstart (M): Johannes Thingnes Bö (Norwegen)
- Massenstart (F): Justine Braisaz-Bouchet (Frankreich)
- Einzel (M): Quentin Fillon Maillet (Frankreich)
- Einzel (F): Denise Hermann (Deutschland)
- Staffel (M): Norwegen
- Staffel (F): Schweden
- Mixed Staffel: Norwegen

