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Biathlon:Erster Weltcupsieg des Winters: Herrmann gewinnt in Pokljuka

Endlich darf sie jubeln: Denise Herrmann in Pokljuka.

(Foto: AP)
  • Denise Herrmann gewinnt das schwere Biathlon-Einzelrennen von Pokljuka vor der Schwedin Hanna Öberg und der Französin Anais Bescond.
  • Es ist der erste Weltcupsieg für die deutschen Biathletinnen in diesem Winter.
  • Hier geht es zu den Ergebnissen.

Nach ihrem 20. Treffer lief Denise Herrmann mit einem breiten Grinsen in die Schlussrunde - im Ziel feierte sie mit einem lauten Jubelschrei ihren Premierensieg im schwersten aller Biathlonrennen. Weil die frühere Langläuferin erstmals in ihrer Karriere viermal fehlerfrei schoss, war die 31-Jährige am Freitag im Einzel von Pokljuka nicht zu schlagen. "Es war ein perfekter Tag für mich und mein bisher bestes Rennen überhaupt", sagte Herrmann nach dem ersten Erfolg seit ihrem WM-Verfolgungsgold vor mehr als zehn Monaten und dem fünften Weltcupsieg insgesamt.

Gut drei Wochen vor dem Start der WM in Antholz setzte Herrmann mit dem ersten Saisonsieg der deutschen Skijägerinnen zudem das lange erhoffte Achtungszeichen. "Mit Blick auf die WM gibt das schon mehr Selbstvertrauen, wenn man auch trifft", sagte Herrmann, die schon gar nicht mehr daran geglaubt hatte, jemals 20 Treffer in einem Rennen zu schaffen. "Ich habe schon mal mit meiner Mama philosophiert, ob mir das überhaupt mal gelingt", sagte sie lachend in der ARD.

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Im Einzel über 15 Kilometer hatte es Herrmann bisher noch nie in die Top Ten geschafft, ihr bestes Ergebnis war ein 18. Rang. Doch diesmal ging endlich mal alles auf - und sie verwies Weltmeisterin und Olympiasiegerin Hanna Öberg aus Schweden sowie die Französin Anais Bescond auf die Plätze. "Wenn du fit bist, kann dir niemand das Wasser reichen, das ist absolute Weltspitze", sagte Rekord-Weltmeisterin und ARD-Expertin Magdalena Neuner zu Herrmann.

Nur drei Läuferinnen haben bislang die WM-Norm erfüllt

Eine überragende Leistung am Schießstand lieferte auch Franziska Preuß ab: Schnell und sicher fielen ihre 20 Scheiben, nur in der Loipe konnte die 25-Jährige noch nicht mithalten - geschuldet ihren gesundheitlichen Problemen zuletzt. "Läuferisch bin ich gerade nicht in Bestform, ich kann es leider nicht herzaubern. Ich bin sehr froh, dass das Schießen so gut geklappt hat", sagte Preuß. Vanessa Hinz wurde 15., Karolin Horchler (20.), Janina Hettich (26.) und Maren Hammerschmidt (42.) schafften dagegen erneut nicht die WM-Norm.

Läuferisch ist Herrmann ohnehin immer in der absoluten Spitze dabei. Aber sie hatte in dieser Saison immer wieder mit Problemen am Schießstand zu kämpfen - so war von Rang zwei bis Platz 41 so gut wie alles dabei. Denn die Sächsin ist, was die Arbeit mit dem Gewehr angeht, immer noch eine Lernende. Nach ihrem Umstieg im Sommer 2016 vom Langlauf zu den Skijägerinnen wollte sie in dieser Saison im Vergleich zu den Arrivierten bei der Schießgeschwindigkeit zulegen, dabei ging ihr aber etwas die Treffsicherheit verloren.

Herrmann ging wieder an die Grundlagen des Schießens, machte einen Schritt zurück beim Training - und das Motto "Treffer vor Zeit" zahlte sich nun aus. "Mir ist es heute gelungen, bei mir zu bleiben, und ich hatte auch mal den Mut, auf der Strecke das Tempo rauszunehmen", berichtete Herrmann. Diesmal war sie in der Schießzeit nur 24 Sekunden langsamer als die Schnellste Julia Simon aus Frankreich, dafür war sie aber die Zweitschnellste auf der Strecke.

Im WM-Casting haben Hammerschmidt, Hettich und Horchler ihre letzte Chance für die sportliche Qualifikation zur Weltmeisterschaft nicht nutzen können. Nur Herrmann, Hinz und Preuß haben die Kriterien erfüllt. Fünf Athletinnen werden die Trainer aber mitnehmen, denn im WM-Sprint haben die Deutschen durch das WM-Verfolgungsgold von Herrmann fünf Startplätze. Zudem braucht man immer eine Ersatzfrau. Am Ende wird der Trainerentscheid das Aufgebot bestimmen.

Letztmals vor der WM in Südtirol finden am Samstag (ab 13.15 Uhr/ARD und Eurosport) die beiden Mixed-Wettbewerbe statt. Zum Abschluss kommt es am Sonntag in Slowenien zu den Massenstartrennen. Bei den Männern könnte Ex-Weltmeister Erik Lesser dabei mit einem Resultat unter den besten acht auf den letzten Drücker noch das WM-Ticket lösen.

© SZ.de/dpa/chge
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