Biathlon:Doll in Oslo schlecht wie nie - Voigt Sechste im Einzel

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Erlebte im Einzel am Holmenkollen ein Debakel: Benedikt Doll. (Foto: Hendrik Schmidt/dpa/Archivbild)

Eine Strafminute ist für Vanessa Voigt besonders bitter. Knapp verpasst die Biathletin in Oslo die kleine Kristallkugel für den Sieg im Einzel-Weltcup. Teamkollege Benedikt Doll erlebt ein Debakel.

Von Thomas Wolfer, dpa

Oslo (dpa) - Am Ende des schlechtesten Rennens seiner Biathlon-Karriere trudelte Benedikt Doll mit hängendem Kopf enttäuscht über die Ziellinie. Im ersten Wettkampf nach seiner Rücktrittsankündigung zum Saisonende schaffte es der 33-Jährige im Einzel von Oslo nur auf Platz 74.

Der Schwarzwälder leistete sich zum Auftakt seiner Abschiedstour bei 20 Schüssen gleich sieben Strafminuten und hatte am Holmenkollen 9:02,6 Minuten Rückstand auf den fehlerfreien norwegischen Sieger Sturla Holm Laegreid.

„Ich weiß auch nicht. Die ersten Schüsse war ich gar nicht bereit“, sagte Doll im ZDF und gab zu: „Mental war die Vorbereitung auf das Rennen sehr schwierig. Ich bin nicht so richtig reingekommen.“ Bei der WM vor gut zwei Wochen hatte Doll in dieser Disziplin noch die Bronzemedaille gewonnen. Sein schlechtestes Weltcup-Resultat war zuvor ein 61. Platz im Sprint von Ruhpolding im Januar 2016. „Ich stecke nicht den Kopf in den Sand, sondern will wieder angreifen. Ich hoffe, dass das heute nur so ein Durchputzer war“, sagte Doll.

Voigt verpasst Triumph im Disziplin-Weltcup

Nach einem Geduldsspiel mit mehreren Verschiebungen waren die deutschen Biathletinnen und Biathleten im Kampf um die Podestplätze in Norwegen insgesamt chancenlos. Vanessa Voigt kam im Rennen der Frauen halbwegs nah heran und verpasste mit einem sechsten Platz nur knapp ihren ersten Triumph im Disziplin-Weltcup im Einzel. Ein Schießfehler war für die Thüringerin über 15 Kilometer zu viel, um sich die kleine Kristallkugel zu sichern.

„Natürlich ärgere ich mich so ein bisschen. Mein Ziel war es, viermal Null zu bringen. Es ist, wie es ist, aber ich kann trotzdem sehr zufrieden mit meinem Rennen sein“, sagte Voigt. Aufgrund dichten Nebels war das Einzel von Donnerstag auf Freitag verschoben worden. Am Freitagmittag hatte es eine weitere Verschiebung gegeben, ehe sich die Sichtverhältnisse deutlich besserten. Beim Sieg der Norwegerin Ingrid Landmark Tandrevold (1 Fehler) hatte Voigt 1:04,7 Minuten Rückstand.

In der Disziplinwertung ging die Trophäe nach insgesamt drei Rennen an die Italienerin Lisa Vittozzi, die Vierte wurde. „Die Kugel ist weg, aber Lisa hat sie sich mehr als verdient“, sagte die Olympia-Vierte Voigt, die in der Endabrechnung Rang drei belegte. In allen vier Klassiker-Rennen - der WM-Wettkampf wird nicht mehr im Weltcup mitgerechnet - schoss die 26-jährige Voigt in diesem Winter nur eine Strafminute und traf 79 Mal ins Schwarze.

Hettich-Walz nur 46., Preuß nicht am Start

Zweitbeste Deutsche wurde Johanna Puff (1) auf Rang 18. Selina Grotian (2) kam als 28. ins Ziel, Sophia Schneider (4) als 39. Vizeweltmeisterin Janina Hettich-Walz erwischte einen schwachen Tag und wurde nach vier Strafminuten nur 46. Bei der WM im Februar in Tschechien hatte sie überraschend Silber gewonnen.

Bester Deutscher nach 20 Kilometern bei den Männern wurde Johannes Kühn, der mit zwei Fehlern als Zwölfter ins Ziel kam. Justus Strelow (2) beendete den ersten Wettkampf nach der Weltmeisterschaft als 17. Schlechter lief es für ihre Teamkollegen: Roman Rees (1) schaffte es an seinem 31. Geburtstag nur auf Platz 25, Philipp Horn (4) wurde 29. und Philipp Nawrath (3) kam auf Rang 32.

Nicht am Start war Franziska Preuß. Die frühere Staffel-Weltmeisterin kann in diesem Winter aufgrund anhaltender gesundheitlicher Beschwerden womöglich gar keine Rennen mehr bestreiten. Wie der Deutsche Skiverband mitteilte, wird die 29-Jährige weder in Oslo noch in der kommenden Woche in Soldier Hollow in den USA antreten. Sollte Preuß vollkommen gesund werden, wären nur noch Starts beim Weltcup-Finale in Canmore in Kanada möglich.

© dpa-infocom, dpa:240301-99-183144/5

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