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Biathlon:Deutsche Staffel belegt zum Auftakt den vierten Platz

IBU Biathlon World Cup in Ostersund

Die Bialethinnen starten in Östersund in ihre Saison.

(Foto: via REUTERS)

Biathlon: Die deutschen Biathletinnen sind zum Abschluss des Auftakt-Weltcups in Östersund mit der Staffel auf Platz vier gelaufen. Karolin Horchler, Denise Herrmann, Vanessa Hinz und Franziska Preuß leisteten sich am Sonntag eine Strafrunde durch Herrmann sowie insgesamt neun Nachlader und verpassten das Podium um 5,3 Sekunden. Den Sieg nach 4 x 6 Kilometern sicherte sich das norwegische Quartett, das die Schweiz mit 8,5 Sekunden Vorsprung auf Platz zwei verwies. Gastgeber Schweden lief auf Rang drei.

Weil die Männer tags zuvor nur Staffel-Achter geworden waren, holten die deutschen Skijäger beim Saisonauftakt mit Rang zwei in der Single-Mixed-Staffel lediglich einen Podestplatz. Startläuferin Horchler übergab nach zwei Nachladern mit einem Rückstand von 33,4 Sekunden als Sechste auf Herrmann. Die Verfolgungs-Weltmeisterin Herrmann kassierte im ersten Schießen gleich eine Strafrunde. Weil sie aber schnell lief und dann stehend schnell alle Scheiben traf, brachte sie ihr Team auf Rang drei. Beim letzten Schießen riskierte Preuß im Kampf der führenden vier Teams alles, vergab aber mit einem Nachlader knapp den Podestplatz.

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Skispringen: Viel weiter könnten die Gefühlswelten im Skisprung-Doppelzimmer momentan nicht auseinanderliegen. Während der zweifache Weltmeister Karl Geiger in der Weltelite springt, befindet sich Vorzeigeathlet Markus Eisenbichler gut neun Monate nach seinen drei WM-Titeln in einem echten sportlichen Tief. Der Allgäuer Geiger bestätigte beim Weltcup im russischen Nischni Tagil seinen Aufwärtstrend, er belegte nach Rang zwei am Samstag am Sonntag den sechsten Platz. Bei Eisenbichler herrschte Frust pur: Er verpasste an beiden Weltcup-Tagen nach schwachen Sprüngen den zweiten Durchgang.

Für den neuen Bundestrainer Stefan Horngacher gibt es damit drei Wochen vor der Vierschanzentournee noch immer wenige Gewissheiten im deutschen Team. "Karl springt nach wie vor sehr gut, das passt soweit. Das Resümee von diesem Wochenende ist positiv", sagte der Tiroler. Geiger scheint im verletzungsgeplagten Team ohne Andreas Wellinger und Severin Freund derzeit die klare Nummer eins zu sein, dahinter wirkt vieles offen. Woran es bei Eisenbichler hakt und wie schnell der Bayer seine enormen Probleme auf der Schanze in den Griff kriegen kann, scheint momentan überhaupt nicht absehbar. "Wir müssen mit ihm in Ruhe weiter arbeiten, ohne Stress", kommentierte Horngacher. Eine Wettkampfpause sei eher nicht der richtige Weg, ordnete der Trainer ein. "Eisei" selbst sprach am Wochenende nicht groß, seine enttäuschten Gesten im Auslauf sagten eine Woche vor dem Heimweltcup in Sachsen genug aus.

Nach schwierigen Wochen in Wisla und Ruka machte Horngacher das DSV-Gesamtpaket am dritten Wochenende der Saison durchaus Hoffnung. "Glück oder Pech ist heute nicht so wichtig. Ich habe sehr viele gute Sprünge gesehen. Wir können zufrieden sein", erklärte der Nachfolger von Werner Schuster. Auch Geiger ist bereit für die nächsten Aufgaben in Klingenthal, Engelberg und bei der Tournee. "Ich bin mit dem Ergebnis mega happy. Es war ein gutes Wochenende", befand er im ZDF. Kollege und Youngster Constantin Schmid rundete ein gelungenes Team-Resultat als Siebter ab. Die Siege in Russland trugen bei schwierigen und wechselnden Winden der Japaner Yukiya Sato und Österreichs Stefan Kraft davon. "Die Bedingungen sind nicht ganz fair. Man kann es aber nicht ändern", sagte Richard Freitag, der im zweiten Durchgang schon nach 81 Metern landete und so nur den 30. Platz belegte. Das Gelbe Trikot des Weltcup-Führenden trägt weiter der Norweger Daniel Andre Tande, doch ein klarer Favorit in Richtung Tournee lässt sich nach den ersten vier Einzelwettkämpfen noch nicht ausmachen.

Skispringen: Skispringerin Katharina Althaus ist beim Saisonstart in Lillehammer am Podest vorbeigeflogen. Die Olympiazweite landete am Sonntag wie schon 24 Stunden zuvor als beste Deutsche auf Rang sechs. Nicht zu stoppen war die norwegische Weltmeisterin Maren Lundby, die bei ihrem Heimspiel einen Doppelsieg feierte. "Ich kann ganz zufrieden sein, auch wenn ich natürlich nach oben schiele. Bei mir sind es noch Kleinigkeiten, an denen ich arbeiten will. Aber es ist nichts Dramatisches", sagte Althaus im ZDF. Zum Podest fehlten der 23-Jährigen am Sonntag nach Sprüngen auf 123,5 und 114,5 m allerdings umgerechnet fast 13 Meter.

Mixed-Weltmeisterin Juliane Seyfarth, die ein Jahr zuvor an gleicher Stelle den ersten Weltcupsieg ihrer Karriere gefeiert hatte, kam nicht über die Plätze 15 und 21 hinaus. Agnes Reisch verbuchte am Sonntag als 13. dagegen das beste Weltcup-Ergebnis ihrer Karriere. Sotschi-Olympiasiegerin Carina Vogt fällt nach einem im Juli erlittenen Kreuzbandriss für die gesamte Saison aus. Lundby war derweil eine Klasse für sich: Am Samstag gewann sie deutlich vor den Österreicherinnen Eva Pinkelnig und Chiara Hölzl, am Sonntag landeten Hölzl und die Japanerin Sara Takanashi klar hinter ihr auf dem Podest.

Ski alpin: Kira Weidle hat die erste Podestplatzierung der deutschen Skirennläuferinnen in diesem Winter nur knapp verpasst. Bei der zweiten Weltcup-Abfahrt im kanadischen Lake Louise belegte die 23-Jährige aus Starnberg einen guten sechsten Rang, dabei fuhr sie nur um 0,18 Sekunden am Siegertreppchen vorbei. Am Vortag war Viktoria Rebensburg bei der ersten Abfahrt auf Rang vier gelandet, ihr fehlten dabei 0,21 Sekunden aufs "Stockerl". Am Samstag belegte Rebensburg Rang neun.

Nicole Schmidhofer (Österreich), die im Vorjahr beide Abfahrten in Lake Louise gewonnen hatte, feierte ihren insgesamt vierten Sieg im Weltcup. Die Super-G-Weltmeisterin von 2017 lag knapp vor Gesamtweltcupsiegerin Mikaela Shiffrin aus den USA (+0,13 Sekunden), Dritte wurde Francesca Marsaglia aus Italien (+0,43). Snowboard-Gesamtweltcupsiegerin Ester Ledecka (Tschechien), die am Vortag zu ihrem ersten Weltcup-Sieg bei den Skirennläuferinnen gefahren war, wurde diesmal Vierte. Weidle war zwischenzeitlich sogar auf Siegkurs. Bis zur Hälfte der Strecke hatte sie einen Vorsprung von immerhin knapp drei Zehntelsekunden auf Schmidhofer, leistete sich im unteren Streckenabschnitt aber ein paar Fehler zu viel. "Es war ein wilder Ritt, aber es hat sich gelohnt, ich bin zufrieden", sagte Weidle. Am Sonntag findet in Lake Louise noch ein Super-G statt.

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