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Biathlon in Antholz:Deutsche Staffel bejubelt Platz zwei

Franziska Preuß: Kämpferisch als Schlussläuferin in Antholz

(Foto: AFP)

Lange kämpfen die deutschen Biathletinnen in Antholz um den Sieg, erst im letzten Schießen ziehen die Russinnen vorbei. Aber: Besser als das deutsche Team trifft kein anderes. Arnd Peiffer wird Fünfter im Massenstart.

Die deutsche Biathlon-Staffel der Frauen ist bei der WM-Generalprobe im italienischen Antholz auf Rang zwei gelaufen. Eine Woche nach dem Heimsieg in Oberhof mussten sich Vanessa Hinz, Janina Hettich, Denise Herrmann und Franziska Preuß beim letzten Weltcup vor den Titelkämpfen nur Russland geschlagen geben. Dritter über die 4x6 Kilometer am Sonntag in der Südtirol-Arena wurde Frankreich vor Italien. "Wir haben jetzt die letzten Staffeln eine richtig gute Teamleistung angeboten", sagte Denise Herrmann im ZDF und blickte optimistisch auf die WM im nächsten Monat: "Ich hoffe, dass wir den Schwung mitnehmen nach Pokljuka."

Das deutsche Quartett war am Schießstand sehr treffsicher und benötigte insgesamt nur sechs Nachlader. Trotzdem lagen die deutschen Damen elf Sekunden hinter den Russinnen, die neun Reservepatronen und für die 24 Kilometer 1:07:32,4 Stunden benötigten. 27 Tage vor der WM-Staffel der Frauen am 20. Februar in slowenischen Pokljuka zeigten die Biathletinnen, dass sie nach dem dritten Podestplatz im vierten Staffelrennen zum Favoritenkreis gehören.

Mit einem Rückstand von 16,5 Sekunden übergab die 28 Jahre alte Vanessa Hinz, die eine Reservepatrone benötigte, auf Rang zwei hinter Italien. Ebenfalls einen Nachlader benötigte Janina Hettich, doch weil die Konkurrenz patzte, übernahm die 24-jährige Schwarzwälderin die Spitze. Die auf Position drei laufende Ex-Weltmeisterin Denise Herrmann benötigte insgesamt drei Nachlader. Die 32 Jahre alte ehemalige Langläuferin war aber in der Loipe prima unterwegs und lag beim letzten Wechsel mit 3,8 Sekunden Vorsprung vorn.

Beim vorletzten Schießen lagen Franziska Preuß und die Russin Uljana Kaischewa gleichauf, beide Schlussläuferinnen blieben fehlerfrei und setzten sich vom Rest des Feldes ab. Beim letzten Schießen dann hatte die 26 Jahre alte Preuß Probleme, kam aber mit einem Nachlader durch. "Als ich mich hingestellt habe, habe ich schon gemerkt, von den Füßen her kommt ein blödes Wackeln", sagte Preuß, die 49,2 Sekunden für ihr Schießen benötigte. Die Russin benötigte zwei Reservepatronen, räumte die Scheiben aber in 40,3 Sekunden ab - das war der Schlüssel zum Sieg.

Nur drei deutsche Männer mit WM-Norm

Die deutschen Biathleten Arnd Peiffer und Benedikt Doll haben die Podestplätze im letzten Rennen vor der WM in Pokljuka knapp verpasst. Beim klaren Erfolg des Weltcup-Dominators Johannes Thingnes Bö (Norwegen) landete Peiffer im Massenstart über 15 Kilometer in Antholz auf dem fünften Platz, Doll wurde Siebter.

Bö gewann die WM-Generalprobe vor den Titelkämpfen in Slowenien (10. bis 21. Februar) mit nur einer Strafrunde in 35:44,3 Minuten und feierte souverän seinen 52. Weltcup-Sieg. Zweiter wurde der Franzose Quentin Fillon Maillet (2/+31,3 Sekunden) vor Jakov Fak (1/+44,2) aus Slowenien.

"Wenn man sich so quält, möchte man den bestmöglichen Platz haben. Das ist mir nicht gelungen", sagte Peiffer im ZDF, nachdem er im Zielsprint gegen den Norweger Vetle Sjastad Christiansen das Nachsehen hatte: "Schade um den einen Platz. Ich hätte es mir aber einfacher machen können, wenn ich den letzten Schuss getroffen hätte."

Peiffer lag nach zwei Strafrunden 49,1 Sekunden zurück, knapp vor Doll (+55,1). Roman Rees verpasste mit vier Schießfehlern als 23. die angepeilte WM-Norm (zweimal Top 15 oder einmal Top 8) deutlich, Erik Lesser hatte mit ebenfalls vier Strafrunden und Platz 24 einen schwachen Tag.

Die WM in Pokljuka startet am 10. Februar mit einer Mixed-Staffel. Bei den Männern schafften Peiffer, Lesser und Doll die WM-Norm, bei den Frauen erfüllten Franziska Preuß, Denise Herrmann, Janina Hettich und Maren Hammerschmidt die Vorgaben des Deutschen Skiverbandes (DSV).

© SZ.de/sid/dpa/ska
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