Bewerbung für Olympia 2024:"Wir brauchen eine öffentlich nachvollziehbare Debatte"

Daneben sollen auch noch andere Kriterien wie Nachhaltigkeit oder Sportstättenbau zählen. Welche das konkret sind und vor allem welche wie stark zählen, ist aber unklar. Ein Sprecher des Sportdachverbandes teilt mit, dass auf der Grundlage eines 13 Themenfeldern umfassenden Fragenkatalogs, den beide Bewerber im Herbst schon einmal beantwortet hätten, auf der kommenden Präsidiumssitzung noch einmal ein Kriterienkatalog erarbeitet würde.

Kritiker monieren daher mangelnde Transparenz. "Wir brauchen eine öffentlich nachvollziehbare Debatte, was bewertet wird und warum wie entschieden wird", sagt Transparency-Expertin Schenk der SZ. "Was wird höher bewertet, die Hotels, die Infrastruktur, die Internationalität einer Stadt? Soll eine Hansestadt für Deutschland stehen, soll es eine Stadt sein, die bei allen Problemen für den Ost-West-Ausgleich steht? All das sind Fragen, die breit und deutschlandweit diskutiert werden müssen. Warum findet dazu keine öffentliche Debatte statt?"

Diskussionen gibt es auch über die Bedeutung der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 21. März. Die bisher veröffentlichte Tagesordnung deutet darauf hin, dass sich dort nur noch ein Kandidat präsentieren kann - die vom Präsidium bereits vorgeschlagene Stadt. Mancherorts wird dies mit Blick auf gängige demokratische Gepflogenheiten kritisch gesehen. Ein DOSB-Sprecher sagt, dass sich die Tagesordnung auf Antrag ändern ließe. Jedoch hätten beide Städte erklärt, dass sie das Votum des Präsidiums am 16. März akzeptieren würden.

Eine Vertreterin der Stadt Hamburg bestätigte diese Aussage. Der stellvertretende Sprecher des Berliner Senates, Bernhard Schodrowski, teilt indes mit: "Die Stadt Berlin arbeitet bei all ihren Olympia-Aktivitäten auf eine Entscheidung des DOSB bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 21. März hin."

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