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Betrugsvorwürfe:Hat Ferrari geschummelt?

Formula One: United States Grand Prix

Die Ferraris (im Bild Charles Leclerc) waren in Austin plötzlich nicht mehr ganz so rasant unterwegs.

(Foto: Jerome Miron/USA TODAY Sports)

Die Scuderia soll sich einen regelwidrigen Vorteil verschafft haben. Nach einer Direktive waren die Autos nun langsamer.

Sebastian Vettels Formel-1-Rennstall Ferrari hat sich gegen Betrugsvorwürfe der Konkurrenz gewehrt. "Ich habe diese Kommentare gehört. Sie sind sehr enttäuschend", sagte Teamchef Mattia Binotto nach dem Großen Preis der USA am Sonntag: "Diese Kommentare sind völlig falsch, sie sind nicht gut für den Sport, und jeder sollte etwas vorsichtiger sein." Red-Bull-Fahrer Max Verstappen hatte die Scuderia in einem Interview nach dem Rennen attackiert und gesagt: "Das bekommst du, wenn du aufhören musst zu schummeln." Damit spielte Verstappen auf eine schon seit Monaten beliebte Theorie an, wonach sich Ferrari einen Geschwindigkeitsvorteil verschaffe, indem in die Motoren temporär mehr Benzin eingespritzt werden kann als erlaubt. Möglich wäre dies, da ein Sensor die Benzinmenge nicht permanent misst, sondern in Intervallen. Der Automobilweltverband Fia hatte am Samstag eine Anfrage von Red Bull beantwortet, ob es erlaubt sei, die geregelte Benzinflussmenge zu umgehen, und verkündet, dass so etwas klar gegen das Reglement verstoßen würde. Eine entsprechende Direktive folgte. Im Fahrerlager fiel danach auf, dass die Ferraris im Gegensatz zu den Vorwochen auf den Geraden langsamer unterwegs waren. "Wir haben uns die Daten angesehen. Ihre Höchstgeschwindigkeit sieht ganz anders aus als bei den letzten Rennen", sagte auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Binotto erklärte den Geschwindigkeitsverlust hingegen mit einer anderen Abstimmung der Fahrzeuge: Ferrari habe am Samstag und Sonntag mehr Abtrieb erzeugen wollen. Deshalb seien Vettel und Leclerc auf den Geraden langsamer, in den Kurven aber schneller gewesen.