Wer sich über die Bender-Zwillinge informieren möchte, bekommt von Google einige Fragen zu den früheren Fußball-Nationalspielern angeboten, etwa: „Wie heißen die Bender-Zwillinge mit Vornamen?“ (Antwort: Lars und Sven), „Ist Sven Bender verheiratet?“ (ja), und: „Was machen die Benders?“ Letztere Frage ist momentan recht leicht zu beantworten: Beide arbeiten künftig im Trainerstab des Fußball-Drittligisten SpVgg Unterhaching. Lars, 35, ist seit 1. Juli Übungsleiter der U17. Sven, naturgemäß ebenfalls 35, wurde soeben neuer Co-Trainer von Chefcoach Marc Unterberger bei der Profimannschaft.
Zuletzt arbeitete Sven Bender, der nach dem Ende der aktiven Karriere wie Lars auch schon Co-Trainer in den U16- und U17 Nachwuchsteams des Deutschen Fußball-Bundes war, ein halbes Jahr als Assistenzcoach bei Borussia Dortmund unter Edin Terzic. Auch dessen Nachfolger Nuri Sahin sagt, dass er ihn gerne im Team behalten wollte: „Zu ihm habe ich eine spezielle Verbindung, ich hätte sehr gerne mit Sven weitergearbeitet.“ Doch der BVB hatte kürzlich mitgeteilt, Bender stehe „aufgrund seines privaten Umfelds und seiner persönlichen Trainerentwicklung in der neuen Saison nicht mehr zur Verfügung“.
Nun also die Rückkehr nach Oberbayern, aber nicht etwa zum Drittligakonkurrenten TSV 1860 München, bei dem Lars und Sven einst ausgebildet wurden und als Jungprofis in der zweiten Liga debütierten, sondern zum Vorstadtklub Unterhaching. Dort spielten die Benders früher ebenfalls im Nachwuchs, von 1999 bis 2002, bevor sie zu den Löwen wechselten. SpVgg-Präsident Manni Schwabl kommentierte den Transfer daher mit einigem Stolz, was wenig verwunderte, denn die Sechziger haben ihm in diesem Sommer drei wichtige Spieler weggeschnappt: Stürmer Patrick Hobsch, Innenverteidiger Raphael Schifferl und Torwart René Vollath.
„Es spricht natürlich schon für unseren Verein und insbesondere den eingeschlagenen Weg, dass sich nach Lars jetzt auch Sven Bender für unser Projekt entschieden hat“, teilte Schwabl mit. Und sein Sohn Markus, in Haching derzeit Spieler und Sportdirektor in Doppelfunktion, ergänzte noch begeisterter: „Als Verein ist es eine unglaubliche Wertschätzung und ein positives Signal für die Zukunft, dass sich eine Persönlichkeit wie Sven Bender für den Verein Unterhaching entscheidet.“
„Ich bin ein junger Trainer, der genau diesen Schritt jetzt braucht“, meint Sven Bender
Die Persönlichkeit selbst richtete aus, dass „der Weg des Vereins mit seiner Philosophie und der Entwicklung der jungen Spieler genau das ist, was zu meiner eigenen Trainerentwicklung passt“. Ein Champions-League-Finale mit dem BVB hat Sven Bender als Assistenzcoach soeben erlebt, nun sieht er für sich offenkundig Entwicklungspotenzial im etwas bodenständigeren Bereich des Geschäfts: „Ich bin ein junger Trainer, der genau diesen Schritt jetzt in seiner Karriere mit diesem Verein braucht.“ Einen Schritt als Trainer hat in Unterhaching ja beispielsweise auch ein gewisser Sandro Wagner gemacht, inzwischen ist er Co-Bundestrainer.
Wesentlich näher an seiner Heimat im Landkreis Rosenheim ist Sven Bender zudem auch wieder. Und auch der TSV Brannenburg, der Heimatverein der Brüder, freut sich. Denn die Frage „Haben die Bender-Zwillinge jetzt wieder Zeit für die Kreisliga?“, die das Portal beinschuss.de stellte, lässt sich ohne Weiteres mit Ja beantworten.


