bedeckt München

Fußball:Fifa verfolgt Verfahren gegen Beckenbauer und Co. nicht weiter

Franz Beckenbauer wird 75

Franz Beckenbauer: Nicht im Visier der Fifa

(Foto: dpa)

Der Fußballweltverband sieht die Handlungen im Rahmen der Sommermärchen-Affäre als verjährt an.

Der Fußball-Weltverband Fifa wird das Verfahren gegen Franz Beckenbauer, den ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger und den früheren DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt im Zusammenhang mit dem WM-Sommermärchen 2006 wegen Verjährung nicht weiter verfolgen. Das entschied die rechtsprechende Kammer der unabhängigen Ethikkommission, wie die Fifa am Donnerstag mitteilte.

Die Untersuchungskammer der Fifa-Ethikkommission hatte am 22. März 2016 ein Verfahren eingeleitet. Sie war zu dem Schluss gekommen, dass Beckenbauer, Zwanziger und Schmidt im Zusammenhang mit einer Zahlung von 10 Millionen Schweizer Franken an den damaligen Fifa-Vize Mohamed bin Hammam im Jahr 2002 gegen Art. 27 (Bestechung und Korruption) verstoßen haben. Die deutschen WM-Macher hatten immer behauptet, dass diese Summe dazu diente, um damit einen Organisationszuschuss vom Weltverband Fifa in Höhe von 250 Millionen Schweizer Franken abzusichern.

Zuvor war bereits im April 2020 das Verfahren vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona gegen den früheren DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach, Zwanziger, Schmidt und Ex-Fifa-Generalsekretär Urs Linsi (70) wegen Verjährung eingestellt worden. Zwanziger, Schmidt und Urs Linsi waren wegen Betruges angeklagt worden, Niersbach wegen Beihilfe. Hintergrund war auch, dass das Verfahren wegen der Corona-Krise ab März 2020 ausgesetzt und nicht weiter fortgeführt worden war. Alle Beschuldigten hatten die Vorwürfe stets bestritten.

© SZ.de/dpa/ska
Zur SZ-Startseite
Franz Beckenbauer und Mohamed Bin Hammam auf dem FIFA-Kongress 2009

SZ PlusExklusivSommermärchen-Affäre
:Ein quicklebendiger, toter Kronzeuge

Franz Beckenbauers rätselhafte Millionen flossen einst an den Funktionär Mohamed bin Hammam. Der könnte die deutsche WM-Causa auflösen - doch statt den Katarer zu befragen, erklärten ihn die Fifa-Ethiker für tot.

Von Johannes Aumüller und Thomas Kistner

Lesen Sie mehr zum Thema