BeachvolleyballEin bisschen Olympia

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Sandra Ittlinger und Anna-Lena Grüne wurden in München erst im Finale gestoppt.
Sandra Ittlinger und Anna-Lena Grüne wurden in München erst im Finale gestoppt. Justus Stegemann/Imago

Die beiden Turniere der deutschen Beachvolleyball-Serie locken viel Publikum in den Olympiapark. Das Problem des fehlenden Unterbaus bekommt der Verband aber nach wie vor nicht gelöst.

Von Sebastian Winter

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Der Münchner Olympiaturm ist nicht unbedingt der Eiffelturm, und ganz so riesig wie bei den Sommerspielen in Paris war die Tribüne auch nicht, die auf der Anlage des Zentralen Hochschulsports gegenüber der BMW Welt aus dem Sand ragte. Aber es hatte schon Flair, dieses Turnier der deutschen Beachvolleyball-Serie im Olympiapark. Vier Tage lang kämpfte die nationale Elite um Qualifikationspunkte für die DM in Timmendorfer Strand. Allerdings ohne die Olympiazweiten Clemens Wickler und Nils Ehlers oder die WM-Dritten Cinja Tillmann und Svenja Müller, die andere Prioritäten in ihrem Terminkalender gesetzt hatten.

Es war der zweite Stopp in München in dieser Saison, bereits am ersten Juli-Wochenende waren die Bälle im Olympiapark umhergeflogen, die temporär aufgebauten Tribünen, die Sponsorenzelte und Essstände blieben einfach stehen. Die erste Auflage hatten bei den Frauen Karla Borger, die WM-Zweite von 2013, und die Münchnerin Marie Schieder gewonnen. Überraschend schied das Nationalteam dann beim zweiten Turnier bereits im Achtelfinale nach zwei 0:2-Niederlagen aus. Dafür kam eine weitere Münchnerin, Sandra Ittlinger, mit ihrer neuen Partnerin Anna-Lena Grüne ins Finale. Ittlinger, die 2024 noch zusammen mit Borger knapp die Sommerspiele in Paris verpasst hatte, und Grüne trafen am Sonntagnachmittag auf Lea Sophie Kunst und Melanie Paul, die sich letztlich als zu stark für Ittlinger/Grüne erwiesen und das Duell mit 2:0 (21:19, 23:21) gewannen (bei den Männern besiegten Paul Henning und Lui Wüst im Finale die bayerischen Brüder Jonas und Benedikt Sagstetter mit 2:0).

Im zweiten Satz kämpften sie sich noch einmal heran, ausgerechnet beim Matchball von Kunst und Paul entschied dann eine Challenge über den Punkt. Ittlinger musste sich danach erst einmal im Schatten abkühlen, später sagte die 31-Jährige: „Wir hätten das Finale gerne gewonnen, aber wir haben unsere Leistung einfach nicht aufs Feld gebracht.“

Stark in München: Benedikt Sagstetter kämpfte sich mit seinem Bruder Jonas bis ins Finale.
Stark in München: Benedikt Sagstetter kämpfte sich mit seinem Bruder Jonas bis ins Finale. Justus Stegemann/Imago

Ittlinger und Grüne hatten zuvor in dieser Saison bereits drei internationale Turniere gespielt, beim höchstklassigen in Gstaad waren sie erst im Viertelfinale ausgeschieden. Entsprechend groß war ihre Enttäuschung nun nach der Finalniederlage auf nationalem Parkett. Dennoch haben sie ein Ziel vor Augen: die Europameisterschaften im eigenen Land in zwei Wochen. Und im Herbst dann die WM in Australien. Ittlinger ist nach vielen Jahren nun zurückgekehrt nach München, sie trainiert nun wieder in der Heimat, wie sie es schon als Jugendliche getan hat. Nächste Woche schon fliegt das Duo allerdings nach Portugal zum nächsten Wettkampf.

Abseits des internationalen Parketts hat es Beachvolleyball nach wie vor schwer, sich professionell zu vermarkten. Zwar gibt es nach den schwarzen Corona-Jahren inzwischen wieder eine Serie mit acht Turnieren und dem Höhepunkt Anfang September, der DM in Timmendorfer Strand. Doch das Hauptfeld ist nicht mehr so groß wie in früheren Zeit, ergo haben weniger Duos die Möglichkeit, teilzunehmen. Gerade für Teams aus der zweiten Reihe oder dem Nachwuchs ist es daher schwierig, sich dauerhaft auf der Tour zu präsentieren – oft weichen sie auf unterklassige internationale Turniere aus, was die Kosten aber in die Höhe treibt.

Und eine funktionierende zweite deutsche Serie, wie es sie früher einmal gab, ist noch immer nicht in Sicht. Gerade mal drei Turniere an der Küste stehen in diesem Sommer auf dem Programm – obwohl der Deutsche Volleyball-Verband im vergangenen Herbst mal wieder eine Neuausrichtung beschloss. Das Ziel: „Ein innovatives Beachvolleyball-Eventformat zu entwickeln, das sowohl sportlich herausragt, als auch professionell vermarktet wird“, wie es in dem Anforderungskatalog heißt – samt acht bis zehn hochkarätigen Events pro Jahr. Doch diese Pläne liegen nach wie vor in der Schublade.

Die schönen Bilder nahe dem Olympiaturm und dem Zeltdach über dem Olympiastadion und die passende, ausgelassene Stimmung bleiben indes: Beachvolleyball hat zumindest in München, wo es schon viele Turniere im Sand gab, auch internationale, wieder eine Heimat gefunden.

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