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Basketball:Zweiter Anlauf zum ersten Titel

02.05.2021, Basketball, BBL 2020 2021, 32. Spieltag, s.Oliver Wuerzburg - ALBA BERLIN, GER, Wuerzburg, s.Oliver Arena,

Mal schauen: Berlins Trainer Aito Garcia Reneses stapelt seinem Naturell gemäß lieber tief, der Meister und Pokalsieger ist dennoch in seinem Halbfinale klarer Favorit.

(Foto: Heiko Becker /HMB-Media/Imago)

Gastgeber Bayern München gegen Ulm, Titelverteidiger Alba Berlin gegen Göttingen: Am Wochenende fällt die Entscheidung im Pokal-Wettbewerb

Von Ralf Tögel, München

Der Favorit? Klar, der FC Bayern. So stark hat noch kein deutsches Team im höchsten internationalen Wettbewerb ausgesehen. Fast wäre die Mannschaft von Trainer Andrea Trinchieri ins Final Four der europäischen Königsklasse eingezogen, und die Münchner haben Heimvorteil. Obwohl, was ist mit Alba? Die Berliner haben in der Basketball-Bundesliga (BBL) die großen Bayern zweimal düpiert, ihnen auswärts sogar eine Lektion mit fast 40 Punkten Unterschied erteilt. Berlin hat das Double gewonnen, der elfte Pokalsieg wäre sogar neuer Rekord: Ganz klar, nur über Alba führt der Titel. Ratiopharm Ulm sollte man aber lieber nicht vergessen. Das Team der Stunde, die Schwaben reisen mit einer Serie von neun Siegen an, darunter vor Wochenfrist ein überdeutliches 98:64 in München. Das hat viel Selbstvertrauen ins Team gepumpt, die muss man erst mal ausschalten. Und überhaupt, schreibt der Pokal nicht seine eigenen Gesetze? Das spricht für die BG Göttingen, der Außenseiter hat nichts zu verlieren. In nur zwei Spielen über sich hinauswachsen, und die Sensation wäre geschafft - sollte man nicht übersehen.

Bayern München und Alba Berlin sind Favoriten, haben aber immer wieder geschwächelt

Eine seriöse Prognose für den zweiten Anlauf des Top-Four-Turniers um den BBL-Pokal (der erste war wegen Corona-infizierter Göttinger Spieler verschoben worden) ist schwer möglich, zu turbulent ging es zuletzt in der Bundesliga zu. In den beiden Halbfinalspielen am Samstag zwischen Gastgeber FC Bayern und Ulm (16 Uhr) sowie Titelverteidiger Berlin und Göttingen (19.30 Uhr; Finale am Sonntag, 15 Uhr; alle Spiele bei Magentasport ohne Abo kostenfrei zugänglich) sind natürlich München und Berlin klar favorisiert, jene beiden Teams, die den deutschen Basketball auch im höchsten europäischen Wettbewerb vertreten haben. Doch gerade diese Belastung in der Euroleague hat sich im Bundesliga-Alltag immer wieder als Hypothek erwiesen. Ein weiterer Aussetzer, von denen sich beide im Saisonverlauf mehrere geleistet haben, und der Titel ist perdu. Leichter als im Pokal kann ein Favorit die Saison nicht in den zufriedenstellenden Bereich zerren, die Aussicht auf eine Spielzeit ohne Titel erhöht aber den Druck. Freilich spricht für diese beiden Klubs, dass sie erstmals den Luxus einer fast einwöchigen und gegnerspezifischen Vorbereitung haben, was im Stress der beiden Wettbewerbe kaum möglich war. Gerade darin sieht Münchens Nationalspieler Paul Zipser angesichts des jüngsten Misserfolgs gegen Ulm den großen Unterscheid: "Wir wissen dieses Mal, wie wir verteidigen müssen, und das macht uns aus." Zipser war wie vier seiner besten Teamkollegen bei jener Niederlage gegen Ulm erst gar nicht dabei, Trinchieri hatte das Ligaspiel als unbedeutend eingestuft und Schlüsselspieler geschont. Was die Ulmer nicht schreckt, wie Zipsers Nationalmannschaftskollege Andreas Obst sagt: "Wir wissen, dass sie schlagbar sind."

Im zweiten Halbfinale stapelt Alba-Coach Aito Garcia Reneses zwar tief: "Göttingen ist ein sehr gefährliches Team, wir müssen aufpassen." Aber Göttingens Co-Trainer Thomas Crab weiß die Aufgabe einzuschätzen: "Wir müssen das beste Spiel der Saison zeigen."

© SZ/sjo
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