Vladimir Lucic muss lachen. Sein ehemaliger Trainer Gordon Herbert hatte ihm in der Vorsaison den Körper eines 27-Jährigen attestiert. Mittlerweile ist der Serbe 36 Jahre alt, wie also ist sein Befinden nach einer derart langen Saison, mit bisher 81 Pflichtspielen? „Mir geht es gut“, sagt der Kapitän der Basketballer des FC Bayern, mit den Jahren würde es zwar immer wieder mal irgendwo zwicken, aber er sei mental und physisch in einer guten Verfassung.
Das gelte für das gesamte Team, ergänzt sein Trainer, auch Welt- und Europameister Andreas Obst ist wieder fit, er wurde zuletzt von einem fiesen Virus gestoppt. Svetislav Pesic kann vor Beginn der Finalserie um die deutsche Meisterschaft aus dem Vollen schöpfen. Alle Spieler sind fit, seine Aufgabe nun sei es, sie entsprechend vorzubereiten auf diese Best-of-five-Serie. Es ist die letzte einer beispiellosen Trainerkarriere, der letzte Tanz eines Meistertrainers, der alle wichtigen Titel gewonnen hat. Sein Wirken mit einer weiteren Trophäe zu beenden, wäre „die Kirsche auf der Torte“, sagt Lucic.
Sieben Tage Pause für München, Alba ist im Rhythmus: Vladimir Lucic kritisiert den Spielplan der Liga
Und es ist ein würdiger Abschluss, die beiden besten deutschen Teams im ewigen Vergleich, der Hauptrunden-Erste gegen den Zweiten, Gelb gegen Rot. Mit einem klaren Favoriten, zu souverän sind die Bayern durch die Playoffs gerauscht, zwei 3:0-Siege gegen Trier und Bonn, Alba Berlin musste zweimal gegen Vechta und Bamberg über fünf Spiele gehen. Und Pesic hat einen derart edel besetzten Kader, dass Akteure aussetzen müssen, die anderswo in der Startformation spielen würden. Die Berliner können da nicht mithalten, auch der Heimvorteil spricht für den FCB, ein fünftes Entscheidungsspiel wäre im SAP Garden. Gleichwohl hat Alba gezeigt, dass es auch der bajuwarischen Übermacht gefährlich werden kann, in Berlin unterlagen die Münchner in der Hauptrunde, der jüngste Vergleich im Olympiapark geriet beim 85:79-Sieg der Münchner knapp.
„Sie haben gezeigt, dass sie die Mentalität eines Champions haben“, warnt Lucic, der einen weiteren Vorteil beim Gegner sieht: „Sie sind im Rhythmus, wir nicht.“ Sieben Tage Pause seien alles andere als optimal in dieser Saisonphase, so Lucic, eine klare Kritik am Spielplan der Liga. Pesic erklärt, dass man wisse, wie der Gegner spielt, daher gelte es, dessen Tempospiel zu unterbinden und die Rebounds zu kontrollieren. Nichts Neues also, man schaue ohnehin lieber auf die eigenen Stärken. Am Freitag startet die Serie in München (20.30 Uhr), am Sonntag ist, ebenfalls in München, Spiel zwei angesetzt (15.30 Uhr).
Lucic im Übrigen wird am 17. Juni 37 Jahre alt, dann steht Partie Nummer drei in Berlin an. Er könnte also an seinem Geburtstag die Meisterschaft feiern, es wäre die Kirsche auf seiner Torte.

