Bayerns Standard-Problem:Ecke, Kopfball, kein Tor

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Bayern München - AS Rom

Unzufrieden mit der Standard-Ausbeute: Pep Guardiola

(Foto: dpa)

"Bei dieser Option sind wir eine Katastrophe": Das Rom-Spiel belegt die These von Pep Guardiola, dass der FC Bayern zu wenig Gefahr bei Ecken verbreitet. Zwei geeignete Schützen und Vollstrecker hat der Verein gerade verloren.

Von Christof Kneer

In der 58. Minute sah das geradezu gefährlich aus: Mit interessantem Effet sauste Franck Ribérys Eckstoß herein, Roms Torwart Skorupski grapschte verblüfft am Ball vorbei, aber auch die Männer hinter ihm waren zu überrascht, um mit dem Geschenk etwas anzufangen. Pflichtschuldig schüttelten Jérôme Boateng und Medhi Benatia nach der verpassten Chance den Kopf und traten den Rückweg in die Abwehr an.

Der FC Bayern und die Eckbälle, das ist schon länger ein Thema, aber selten wurde das Thema so einprägsam benannt wie vor dem Champions-League-Spiel gegen Rom. "Bei dieser Option sind wir eine Katastrophe", hatte Trainer Pep Guardiola gesagt, und dabei hatte er jene Bälle noch gar nicht gesehen, die gegen Rom nach Xabi Alonsos Eckstößen herrenlos durch die Gegend flogen.

Bei der WM in Brasilien ist über den Wert von Ecken und Freistößen ausführlich berichtet worden, die Deutschen haben viele ernsthafte und ein paar alberne Varianten eingeübt, und am Ende wurden sie damit Weltmeister. Auch Guardiola will diese Basisdisziplin des Spiels nicht vernachlässigen, aber bei den Bayern sind sie sich nicht sicher, ob sich das Üben auszahlen wird. Der Mannschaft fehle da "vielleicht der Instinkt", hat Guardiola ja auch noch gesagt und damit den Blick aufs Personal gelenkt.

Wer nach Ecken oder seitlichen Freistößen Tore erzielen will, braucht neben Übung zweierlei: draußen einen präzisen Schützen und drinnen ein paar mutige Abenteurer mit sicherem Timing. Der FC Bayern hat da gerade zwei Experten verloren: den Schützen Toni Kroos (Real Madrid) und den Vollstrecker Mario Mandzukic (Atlético Madrid).

Robert Lewandowski ist ein vollkommener Stürmer, allerdings abzüglich Kopfball, so dass es am Ende vor allem auf jene beiden ankommen könnte, die Ribérys Ecke knapp verpassten: auf die Innenverteidiger Boateng und Benatia.

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