FC Bayerns Remis gegen Schalke Ausgelaugt vom Hütchenspiel

Thomas Müller: Ohne Tor, ohne Sieg in Schalke

(Foto: AFP)

Pep Guardiola überrascht gegen Schalke 04 nicht nur mit Xabi Alonso in der Startelf, sondern auch mit einem extrem variablem System. Das führt schnell zum Tor, kostet aber auch viel Kraft - und dann gelingt Schalke das 1:1.

Von Saskia Aleythe

Xabi Alonso schaute verkniffen, der Himmel über ihm hatte kein Erbarmen. Schluss mit Fußball im Mittelmeer-Klima und Sonnenschein auf Grashalmen. Kicken in der Bundesliga ist da eine ganz andere Nummer: Herbstwetter in Gelsenkirchen, es regnete in Strömen. Doch Alonso wollte es ja so - und er bekam es von Pep Guardiola sofort.

Erst am Donnerstag hatte er den Medizincheck in München absolviert und Real Madrid den Rücken gekehrt, am Samstagabend stand er gegen Schalke 04 nicht nur im Kader, sondern auch in der Startelf. Vom Flieger auf den Rasen also. Und auch wenn es so schauderhaft schüttete - Alonso bekam einen unterhaltsamen Einblick in die Bundesliga. Ihm glückte ein starkes Debüt, doch München musste die erste Punkteteilung der Saison hinnehmen. Nach frühem Tor von Robert Lewandowski (10.), trübte Benedikt Höwedes mit dem 1:1 (0:1) die Münchner Stimmung (62.).

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Pep Guardiola hatte zunächst recht simpel über Alonso und den zweiten Neu-Bayern Mehdi Benatia gesprochen. Was die beiden denn ausmache, wurde der Trainer des FC Bayern gefragt und er sagte: "Zwei Beine, zwei Augen." Damit lässt sich im Fußball allerlei anfangen, vor allem wenn es exzellente Beine und Augen sind.

Der Bundesligaauftakt gegen den VfL Wolfsburg war für den FCB noch ein ziemliches Gerumpel gewesen, trotz 2:1 weit von jenem Tikitaka-Schmaus vergangener Tage entfernt. Guardiola stellte nun seine Mannschaft um, berief Jérôme Boateng nach abgesessener Sperre auf den Platz, ebenso durften Sebastian Rode und Xherdan Shaqiri auflaufen. Schalke war gegen Hannover zu gleichem Ergebnis gekommen, allerdings aus Verlierersicht. Trainer Jens Keller nahm das und einige Verletzungen zum Anlass, sein Team ebenfalls auf vier Positionen zu verändern: Felipe Santana, Jan Kirchhoff, Max Meyer und Marco Höger durften sich gegen den FC Bayern probieren. Es gibt dankbarere Aufgaben.

Denn nicht nur der neuberufene Alonso mag die Schalker überrascht haben, die ganze taktische Ausrichtung der Münchner war ein aufwendig zu entschlüsselndes Mysterium. Noch bevor die Gastgeber ausmachen konnten, wer eigentlich nicht in der Offensive vertreten war, stand es schon 0:1: Robert Lewandowski hatte sich nach Doppelpass mit Sebastian Rode in den Strafraum kombiniert und schnörkellos sein Tor für die Münchner erzielt. Da waren gerade mal zehn Minuten gespielt und es war schon die dritte gute Gelegenheit für den FC Bayern gewesen.

Schalke 04 nahm die Herausforderung an und holte sich Szenenapplaus ab, wenn der Vorstoß in Richtung Manuel Neuer glückte. Da wartete allerdings wieder dieses taktische Rätsel, das Guardiola ausgeheckt hatte. Wer stand eigentlich nicht in der Abwehr? Die bestand mal nur aus Boatang und Badstuber, mal auch noch aus Lahm und Alaba und in heiklen Momenten gab sogar Alonso den letzten Mann. Ansonsten zog der Spanier in der Zentrale seine Kreise, rechts neben ihm Rode, vor ihm die ganze Mittelfeldriege um Götze, Shaqiri und Müller. Aber nur, wenn diese nicht gerade dabei waren, Lewandowski das Stürmen abzunehmen. Alles klar?

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