Bayern-Zugang Kingsley Coman Vergleiche mit ganz Großen

Schon früh in der vergangenen Saison hatten sie sich beim FC Bayern nach Außenbahnspielern umgesehen, intensiviert haben sie die Suche, nachdem Ribéry und Robben in den entscheidenden Partien der vergangenen Saison verletzt gefehlt hatten. Gerade Trainer Pep Guardiola hatte darauf gedrängt, schnelle Flügelspieler zu verpflichten - der erste war Douglas Costa, der für angeblich 30 Millionen Euro von Schachtjor Donezk kam.

Da sie im Verein ahnen, dass aus den Wochen, die Ribéry mit seiner mysteriösen Sprunggelenksverletzung auszufallen droht, auch schnell Monate werden könnten, wollten sie zusätzlich zu Costa einen zweiten Zugang für die Außenbahn. Felipe Anderson von Lazio Rom oder Sadio Mané vom FC Southampton zum Beispiel hatte der Verein auch beobachtet, beide wären aber ähnlich teuer geworden wie Douglas Costa.

Coman dagegen belastet zumindest in dieser Saison kaum das Transferbudget, vor allem aber vermuten sie beim FC Bayern, dass er sich gut mit Costa ergänzt. Spielt Costa rechts, zieht er gerne in die Mitte und schießt selbst, spielt er links, agiert er eher als Vorlagengeber - bei Coman ist es genau seitenverkehrt: Links sucht er den Abschluss, rechts den besser postierten Mitspieler. In Turin stand der bei Paris St. Germain ausgebildete Coman zuletzt zweimal in der Startelf, allerdings zweimal auf der Position hinter der einzigen Spitze - eine Position, auf der er seine Fähigkeiten kaum ausspielen kann.

Wie Costa, wie Robben, wie Ribéry ist Coman schnell, er ist dribbelstark, er kann sich im Eins-gegen-eins durchsetzen - und zumindest wie Costa hatte er zuletzt eine Torquote, die ausbaufähig ist. In der vergangenen Spielzeit, seiner ersten in Turin, traf er in 14 Ligaspielen nicht ein einziges Mal, zwei Tore bereitete er vor.

Sein erster Treffer für Juve war dann jedoch einer, der die Zuschauer begeisterte. Von der linken Seite dribbelte er im Pokal gegen Verona in die Mitte, schoss aus vollem Lauf, der Ball senkte sich erst vor der Latte ins Tor. Es war eine Aktion, die in ihrer Schnelligkeit und in ihrem Zug zum Tor an Arjen Robben erinnerte - nur seitenverkehrt.

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Analyse

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