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Randale in der Youth League:Drei Verletzte und Zaunfahnen als Beute

Hooligan-Randale bei Youth-League-Spiel in Piräus

Vermummte mit Stöcken sorgten für eine Spielunterbrechung beim Youth-League-Spiel zwischen Olympiakos Piräus und Bayern München.

(Foto: dpa)
  • Kurz vor Abpfiff des Youth-League-Spiels zwischen Olympiakos Piräus und Bayern stürmten Dutzende Vermummte Spielfeld und Tribüne, zündeten Bengalos und verprügelten Bayern-Fans mit Holzstangen.
  • Am Mittwoch reichten die Bayern eine Beschwerde bei der Disziplinar- und Kontrollkommission der Uefa ein, nun steht eine Untersuchung an.

Vor sechs Jahren gründete die Uefa den Youth-League-Wettbewerb, um U19-Spieler an den Profifußball mit all seinen Facetten zu gewöhnen: an einen internationalen Wettbewerb, an unbekannte Gegner, an Reisestrapazen. Spätestens am Dienstag kam ein Erfahrungswert hinzu, auf den alle Beteiligten gut hätten verzichten können: Randale im Stadion.

"Der Zwischenfall kurz vor Spielende hat uns geschockt. Das werden wir jetzt gemeinsam mit den Spielern aufarbeiten", sagt der U19-Trainer des FC Bayern, Danny Schwarz. Die jungen Bayern hatten ihr Spiel bei Olympiakos Piräus 4:0 gewonnen, eines der aktuell größten Talente, Joshua Zirkzee, hatte drei Tore erzielt. Kurz vor Abpfiff stürmten dann Dutzende Vermummte Spielfeld und Tribüne, zündeten Bengalos und verprügelten Bayern-Fans mit Holzstangen - drei Fans mussten mit Platzwunden ins Krankenhaus.

Schwarz bedankte sich zwar später bei den Offiziellen von Olympiakos, die sich "fürsorglich" um die Bayern gekümmert hätten. Auch entschuldigte sich der Klub in einer kurzen Mitteilung: "Diese Eindringlinge haben nichts mit der Olympiakos-Familie zu tun." Nachdem die Krawallmacher abgezogen waren, verbrachten beide Teams die verbleibenden Spielminuten im Anstoßkreis und schoben sich den Ball zu. Am Mittwoch aber reichten die Bayern auch eine Beschwerde bei der Disziplinar- und Kontrollkommission der Uefa ein, nun steht eine Untersuchung an.

Als Bayern-Anhänger ihre Fahnen verteidigten, wurde auf sie eingeprügelt

Augenzeugen berichten, dass es sich um eine organisierte Gewaltaktion gehandelt haben muss. Die Angreifer seien völlig unaufgeregt vorgegangen und hätten so gewirkt, als würden sie abgesprochene Befehle ausführen. Auch verschonten sie Offizielle und Spieler. Die Ordner am Ort, so war zu hören, hätten nicht eingegriffen. Unter den Bayern-Fans ist man sich sicher, dass die Eindringlinge vorab aus dem Stadioninneren informiert worden seien, wo die Münchner Zaunfahnen hängen - diese waren das eigentliche Ziel. Als Bayern-Anhänger ihre Fahnen verteidigten, wurde auf sie eingeprügelt. Von der in der internationalen Fanszene bekannten Fahne der "Red Munichs" wurden Stücke abgerissen, andere Fahnen wurden komplett geraubt. Unter den Verletzten ist auch Andi Brück, ein Fanbeauftragter des FCB.

In den vergangenen Jahren wurden immer wieder Bayern-Fans attackiert, wenn die erste Mannschaft Champions-League-Spiele in Südeuropa bestritt. Als im April 2017 bei einem Spiel gegen Real Madrid die spanische Polizei Bayern-Fans verletzte, schaltete Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge gar die Bundesregierung ein. Auch vor vier Jahren in Piräus hatten Bayern-Anhänger Ärger mit der Polizei.

Auch am Rande von Jugendspielen kommt es immer mal wieder zu Ausschreitungen. Der Fanbeauftragte Brück wurde 2015 während eines U19-Spiels der Bayern-Jugend beim 1. FC Nürnberg von Club-Ultras angegriffen, das Spiel wurde abgebrochen. Ein Kern der FCB-Fanszene begleitet nicht nur die Profis, sondern auch Nachwuchsspiele regelmäßig - gegnerische Hooligans oder Ultras wissen das.

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