Bayern-Trainer Kovac Der FC Bayern hat einen dünnen Kader

Zehn Minuten lang hatte seine Mannschaft die Partie dominiert und durch Mats Hummels das 1:0 erzielt (4.), in diesen ersten Minuten wirkte die Mannschaft frisch und energisch. Dann aber führte Ajax Amsterdam konsequent vor, woran es dem FC Bayern im Herbst 2018 mangelt. Für das Team des früheren Münchner U23-Trainers Erik ten Hag reichten meist wenige Ballkontakte, um die gesamte Defensive der Bayern zu knacken.

Es reichte an diesem Abend, dass Ajax schnell und direkt nach vorn spielte, wie beim 1:1 durch Noussair Mazraoui (22.): "Wir haben den Gegner aufgebaut und uns abgebaut. Ja, und dann geht's um die Basics. Und die Basics sind Anlaufen, Ansprinten, Zweikampfverhalten", sagte Kovac.

Der Trainer spürt in diesen Wochen, dass er einen dünnen Kader hat, trotz der Rotation fehlten gegen Ajax auch die Kräfte. Javier Martínez im defensiven Mittelfeld rannte oft hinterher. Jérôme Boateng kämpfte in der Innenverteidigung meist damit, sich nicht noch eine Unkonzentriertheit mehr zu leisten. David Alaba war schnell unterwegs, oft aber auch zu schnell für sich selbst. Arjen Robben und Franck Ribéry fehlte auf den Flügeln der Esprit. In der Summe ergab das eine Mannschaft, der die innere Verbindung fehlte, um gemeinschaftlich Schwung zu erzeugen.

Kovac hat sich gegen diesen ausgedünnten Kader nicht gewehrt, er hat auch durch die Verletzungen von Kingsley Coman und Corentin Tolisso das Pech, dass ihm potenziell wichtige Stützen weggebrochen sind. Doch zumindest am Dienstag war nicht zu erkennen, was genau er mit den verbliebenen Kräften vorhat. "Ich muss mir das Spiel mit meinem Trainerteam noch mal anschauen, muss die Gedanken sortieren, um zu verstehen, warum die Leistung in den letzten drei Spielen so ist, wie sie ist", sagte der Trainer. Er klang in diesem Moment ziemlich ratlos. Kurz bevor er ging, sagte Kovac: "Wir müssen versuchen, diese drei Spiele zu vergessen." Schließlich wünschte er einen "schönen Abend".

Dann verließ Niko Kovac aufrichtig bekümmert die Arena.

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