Bayern-Sieg gegen Ingolstadt Ein Guardiola-Zettel führt zum Erfolg

Anweisungen zum Sieg? Nach der Botschaft von Pep Guardiola an Philipp Lahm lief es für die Bayern gegen FC Ingolstadt besser.

(Foto: AFP)
Von Lisa Sonnabend

Zettel haben in der Fußballhistorie immer wieder eine bedeutende Rolle gespielt. Bei der WM 2006 bekam Jens Lehmann vor dem Elfmeterschießen gegen Argentinien ein Papier zugesteckt - die deutsche Nationalmannschaft gewann die Partie. Trainer Ewald Lienen wiederum hat im Laufe seiner Trainerkarriere so viele Blätter beschmiert, dass er irgendwann nur noch Zettel-Ewald genannt wurde. Und nun hat auch Pep Guardiola am Samstagnachmittag etwas auf ein Blatt Papier gekritzelt. Der Bayern-Trainer übergab es in der zweiten Halbzeit gegen Ingolstadt aufgeregt an Kapitän Philipp Lahm. Der las sich die Zeilen durch, trug das Schriftstück minutenlang über den Platz, bis er endlich Javier Martínez begegnete. Daraufhin warf auch der Spanier einen Blick darauf.

"Wir wollten nicht nur einen Spieler wechseln, sondern drei oder vier", erklärte Guardiola später seine Zettel-Aktion, "da ist es einfacher, wenn ein Spieler mit den anderen kommuniziert, als wenn ich jeden Spieler raushole". Der FC Bayern, der sich gegen den FC Ingolstadt arg gequält hatte, erzielte wenig später das Führungstor. Robert Lewandowski traf, dann erhöhte Lahm zum 2:0-Endstand. Zumindest vor der Winterpause sind die Bayern nun in der Tabelle nicht mehr einzuholen, sie feierten nach dieser unerwartet kniffligen Partie die Herbstmeisterschaft.

Für Guardiola waren es vor dieser Partie alles andere als besinnliche und gemütliche Adventstage gewesen. Erst nervten ihn die vielen Nachfragen, ob er nun gedenke, seinen Vertrag bei den Münchnern zu verlängern, dann musste er in Mönchengladbach die erste Bundesliga-Niederlage der Saison erklären. Und obendrein hat er nun so viele Verletzte zu beklagen wie in jenem fatalen Frühjahr 2015, als die Bayern-Schrumpfelf im Champions-League-Halbfinale gegen Barcelona chancenlos blieb. Am Freitag meldete sich nun auch noch Medhi Benatia ab - und Franck Ribéry, ausgerechnet der Franzose also, der nach acht Monaten Pause eben erst ins Team zurückgekehrt war. Nur 13 Angestellte waren gegen Ingolstadt dienstfähig. Guardiola entschied sich, Martínez erneut im Mittelfeld einzusetzen, statt Xabi Alonso stand ihm der junge Joshua Kimmich zur Seite.

Ingolstadt macht die Drohungen war

Doch schon nach wenigen Minuten fuchtelte Guardiola an der Seitenlinie, dicke Falten zogen sich über seine Stirn. Denn Ingolstadt machte tatsächlich sein Versprechen wahr: Der Aufsteiger mauerte nicht. Stattdessen spielte er wie angekündigt forsch nach vorne, presste unangenehm und brachte die Münchner Abwehr immer wieder in Turbulenzen. Die zwei Kinder von Arjen Robben, die neben ihrem versehrten Vater auf der Tribüne Platz genommen hatten, rutschten unruhig auf den Sitzschalen hin und her.

Beweglich wie ein Kühlschrank

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In der 15. Minute müssen die beiden Kleinen dann richtig erschrocken sein: Holger Badstuber sprang Lukas Hinterseer so ungeschickt in den Rücken, dass der Verteidiger eine Platzwunde an der Stirn erlitt und blutüberströmt den Platz verließ. Mit fünf Stichen nähten die Bayern-Ärzte die Wunde und legten einen braunen Turban an. Badstuber schaute etwas benommen, er konnte aber weiterspielen.