Der FC Arsenal baute auf die Hilfe prominenter Superhelden. "Am Mittwochabend treten wir gegen die offiziell beste Mannschaft der Welt an", gab Mittelfeldspieler Mesut Özil vor der Champions-League-Achtelfinalpartie gegen den FC Bayern München auf Facebook bekannt. "Die gute Nachricht: Hulk, Superman und Rambo sind auf unserer Seite."
Dazu veröffentlichte der deutsche Nationalspieler ein Foto, das ihn als Superman zeigt, flankiert von seinen Arsenal-Kollegen Lukas Podolski und Bacary Sagna, ebenfalls in Kostümen. Es handelte sich um ein Bild von der Weihnachtsparty des Tabellenzweiten der englischen Premier League im Dezember. Auf dem Platz hingegen steckten die Superhelden eher in den Münchner Leibchen: Durch einen Distanzschuss des starken Toni Kroos (54.) und einen Kopfball des eingewechselten Thomas Müller (86.) siegte der FC Bayern 2:0 (0:0) und schuf sich so eine sehr gute Ausgangsposition für das Rückspiel in München am Dienstag, 11. März (20.45 Uhr).
"Wir sind gut drauf, konzentriert und hatten in den ersten Minuten gleich ein bisschen Glück", stellte Toni Kroos fest. "Das müssen wir wissen, und auch, dass noch nichts entschieden ist." Auch Trainer Pep Guardiola mahnte: "Letztes Jahr hatten wir auch ein sehr gutes Ergebnis und haben trotzdem noch sehr gelitten."
Hulk musste bei der Neuauflage des letztjährigen Achtelfinales auf der Bank bleiben - anstelle von Podolski entschied sich Arsenal-Trainer Arsène Wenger für Alex Oxlade-Chamberlain, 20. Tempo beim Umschalten war gefragt - so kam zudem Yaya Sanogo, 21, im Sturm zum Champions-League-Debüt, er spielte anstelle von Olivier Giroud. Bei den Bayern kam Philipp Lahm überraschend als Rechtsverteidiger zum Einsatz, was für Sportdirektor Matthias Sammer "ein Stück weit eine Reaktion auf die gegnerischen Mittel" war - Javi Martínez lief neben Thiago in der Zentrale auf. "Wenn wir Druck machen wollen, wissen wir, wie sich Arsenal befreien will", sagte Sammer - da sei Martínez "ein wichtiger Faktor", dies zu unterbinden.
Schon in der dritten Minute prüfte Kroos mit einem Distanzschuss den polnischen Nationaltorhüter Wojciech Szczesny, doch dann übernahm Arsenal die Initiative. Manuel Neuer rettete mit einer Parade gegen Sanogo (6.), kurz darauf bei einem Flachschuss von Santi Cazorla - und schließlich bei einem Elfmeter von Özil (8.). "Ich kenne ja seinen Anlauf", sagte Neuer, "es ist wichtig zu wissen, dass er erst währenddessen überlegt, wo er hinschießt." Jérôme Boateng hatte Neuers Kollegen aus der deutschen Auswahl zuvor im Strafraum zu Fall gebracht. Als sich Oxlade-Chamberlain über die rechte Seite gegen David Alaba durchgesetzt hatte, rettete Neuer das 0:0 zum vierten Mal (24.).
Die Bayern bekamen das Spiel nach und nach besser in den Griff und erfüllten Guardiolas Wunsch nach viel Ballbesitz ("Wenn wir Arsenal den Ball überlassen, werden wir leiden; wir müssen den Ball immer haben und immer damit spielen wollen"). Torchancen für die Münchner waren allerdings gegen die sichere Abwehr der Londoner selten - doch dann entschied der Schiedsrichter auch auf der anderen Seite auf Elfmeter: Nach einem Lupfer von Kroos zu Arjen Robben traf Szczesny den Holländer beim Klärungsversuch und musste mit Rot vom Feld, sein Landsmann Lukasz Fabianski rückte ins Tor, dafür musste Offensivmann Cazorla weichen. Den Strafstoß aber vermochten auch die Münchner nicht zu nutzen: Alaba schoss den Ball flach an den linken Pfosten (40.).



