Bayern-Remis gegen Manchester United:Abgedriftet in den Schluffimodus

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Manchester United v FC Bayern Muenchen - UEFA Champions League Quarter Final

Toni Kroos (re.): Unterweisungen von Guardiola

(Foto: Getty Images)

Der FC Bayern erlebt beim 1:1 in Manchester einen komischen Fußballabend und freut sich, dass am Ende zumindest das Ergebnis stimmt. Sorgen bereiten die im Rückspiel gesperrten Schweinsteiger und Martínez - und Toni Kroos.

Von Jonas Beckenkamp, Manchester

Es hatte sich angedeutet, dass die Dinge diesmal einen seltsamen Lauf nehmen würden. In Manchester, wo es gerne "cats and dogs" regnet, wehte ein warmer Wind. Die Sonne leuchtete die roten Backsteinhäuser an und es fiel den ganzen Tag kein Tropfen vom Himmel. Die Engländer und das Wetter, das ist bekanntlich fast so eine tragische Geschichte wie die Engländer und Elfmeter - aber diesmal bot das Schicksal gleich mehrere Kapriolen. In Old Trafford, jener Fußball-Traumfabrik im Südwesten der Stadt, erfüllten sich für den FC Bayern in dieser milden Frühlingsnacht nicht alle Wünsche.

Ein 1:1 (0:0) bei Manchester United also, das könne man im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League "schon mitnehmen, auch wenn wir gern gewonnen hätten", sagte Toni Kroos, der zudem feststellte, dass "wir absolut dominant waren, nur eben manchmal nicht so zwingend." Mit dieser Analyse reihte sich der Mittelfeldspieler ein in die allgemeine Stimmungslage der Münchner: Schon okay, aber nicht mehr. Dabei ist ein Remis mit einem Auswärtstor auf der Insel wahrlich kein Grund zur Tristesse - doch die Bayern erheben mittlerweile selbst den Anspruch an sich, dass Unentschieden eher nerven, egal gegen wen.

"Wir können zufrieden sein, denn wir haben eine gute Ausgangslage fürs Rückspiel", dozierte diplomatisch Philipp Lahm. Der Kapitän wusste aber auch zu berichten, woran es haperte: "Trotz viel Ballbesitz haben wir zu wenig den letzten Pass gefunden." Damit war diese eigenartige Partie treffend umrissen. Zunächst hatte alles nach der nächsten Demonstration des bayerischen Kurzpass-Kollektivs ausgesehen. Es war alles wie immer: Die Münchner kreiselten um den Sechzehner der Briten und schnürten dem Gegner die Luft ab.

Weil der sich arg einigelte und "hinten fast Handball" spielte, wie Thomas Müller monierte, ergab sich das typische Bayern-Übergewicht. Dann kam dieser verflixte Eckball, den Nemanja Vidic unbedrängt ins Tor drückte (58. Minute) - und alles war auf den Kopf gestellt. Im Stadion brüllte die Meute, als würden in ganz England die Pubs für immer schließen, plötzlich mussten die Bayern sich richtig reinhängen. Das 1:1 besorgte schließlich Bastian Schweinsteiger mit einem wuchtigen Cheftor nach Vorlage des eingewechselten Mario Mandzukic (66.).

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