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Bayern-Remis gegen Frankfurt:"Das war nicht der FC Bayern"

Eintracht Frankfurt v FC Bayern Munich - German Bundesliga

Seltsam verwundbar: Der FC Bayern gegen Eintracht Frankfurt

(Foto: REUTERS)

Von Johannes Aumüller, Frankfurt

Uli Hoeneß hat sich am Samstagnachmittag nicht geäußert in den Katakomben des Frankfurter Stadions, und das war natürlich bedauerlich, weil ihm zu seinem Verein bestimmt ein paar deutliche Worte eingefallen wären. Aber einerseits ist Hoeneß derzeit noch ohne offizielle Funktion auf den Dienstreisen des FC Bayern dabei, er wird erst am 25. November zurück in sein altes Präsidentenamt gewählt. Und zweitens herrschte an deutlichen Worten ohnehin kein Mangel.

Der Abwehrspieler Mats Hummels etwa befand über die ersten 45 Minuten: "Das geht so nicht." Der Trainer Carlo Ancelotti war der Meinung: "Wir haben die erste Halbzeit verschlafen, und die Einstellung meiner Mannschaft hat nicht gestimmt." Und den vorläufigen Preis für die klarsten selbstkritischen Worte ging an den Münchner Klubboss Karl-Heinz Rummenigge: "Das war nicht der FC Bayern", sagte er.

2:2 endete das Gastspiel jener Mannschaft, die also nicht der FC Bayern war, in Frankfurt - nach einer in der Tat unzureichenden Leistung. Damit sind die Münchner zwar weiter Tabellenführer, zwei Punkte vor dem 1. FC Köln. Aber es verfestigt sich auch ein Trend, der ihnen arg missfallen muss. Erst 0:1 gegen Atletico Madrid, dann 1:1 gegen Köln, nun nach der Länderspielpause 2:2 in Frankfurt. Das macht drei Spiele nacheinander ohne Sieg, und das hat es so oft in den vergangenen Jahren nicht gegeben bei den stolzen Münchnern. Und so sieht sich Rummenigge mit Blick auf die weitere Saison im Allgemeinen sowie mit Blick aufs anstehende Champions-League-Spiel gegen Eindhoven im Speziellen zur dringenden Mahnung genötigt: "Wir müssen schnell eine andere Gangart zeigen", sagt er. Signore Ancelotti assistierte, er werde sich so eine Einstellung demnächst nicht mehr bieten lassen.

Tor? Kein Tor? Nach Meiers Kopfball bringt erst das Kamerasystem Aufklärung

Die Frankfurter agierten von Beginn an bissig und zweikampfstark - und zudem aus einem sehr defensiven 5-4-1-System. Die Münchner wiederum waren fahrig und nachlässig, und nach vorne erst mal ohne Szene. Da war es fast schon Zufall, dass sie mit ihrer einzigen echten Chance der ersten Hälfte in Führung gingen: Arjen Robben durfte nach verpasster Länderspiel-Woche und offenkundiger Blitz-Genesung an der geprellten Rippe einen Ball in den Strafraum erst widerstandslos annehmen - und dann fast ebenso widerstandslos zum 1:0 einschießen.

Doch das beeindruckte die Frankfurter keineswegs. Stattdessen kamen sie zu zahlreichen guten Gelegenheiten. 15. Minute: Timothy Chandler drischt eine Flanke von Ante Rebic an den Pfosten, Alex Meier bekommt nicht genug Kraft in seinen aus dem Abpraller resultierenden Kopfball. 33. Minute: Meier köpfelt aus spitzem Winkel aufs Tor, Bayern-Keeper Manuel Neuer hält den Ball Zentimeter vor seinem vollständigen Überschreiten der Linie, was nicht das Auge des Schiedsrichters, sondern das installierte Kamerasystem erkennt. 35. Minute: Wieder versucht es Meier mit dem Kopf, diesmal ist es nicht ganz so knapp.

"Die Mannschaft hat so viele Chancen herausgespielt. Ich glaube, dass konnte sie selber nicht ganz glauben", sagte Eintracht-Trainer Niko Kovac. Aber noch ehe sie sich ob all der ausgelassenen Chancen zu sehr ärgerten, fiel der verdiente Ausgleich. Ausnahmsweise war Meier mal nicht beteiligt, dafür schoss der Ungar Szabolcs Huszti ein (42.).

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