Bayern-Profis Dante und Gustavo:Der DFB fühlt sich nicht angesprochen

Lesezeit: 3 min

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach weilt beim Fifa-Meeting auf Mauritius, dort hat er laut Rummenigge mit dem Fifa-Paten Sepp Blatter und brasilianischen Emissären verhandelt. Die Bayern schickten ein freundschaftliches Gesuch - und Trainer Jupp Heynckes telefonierte am Mittwoch sogar noch mit Felipe Scolari, Brasiliens Nationalcoach; auch Dante hielt verzweifelt Kontakt. Alles vergebens.

"Das ist ein absoluter Wahnsinn, dass die Spieler so ein Finale nicht spielen können, weil irgendwelche Leute Fehler gemacht haben", sagte Bastian Schweinsteiger ungläubig und verärgert zugleich.

Der DFB fühlt sich aber nicht angesprochen: Die Terminierung des Pokalfinales sei in Präsidium und Ligavorstand ausgiebig diskutiert und gemeinsam beschlossen worden, sagte Generalsekretär Helmut Sandrock. Man habe wie stets auf eine Einigung im Einzelfall vertraut, "dass sich die Brasilianer so stur stellen, ist für uns nicht nachvollziehbar". Die Einzelfälle Dante und Luiz Gustavo - mit den Spaniern gibt es wegen Javier Martínez keine Probleme - wären nun jedoch laut Rummenigge vor der Wahl gestanden, mit den Bayern den Gewinn des Triples anzugehen - oder für immer aus der seleção zu fliegen. "Eine Art Psychoterror" hätten die CBF-Vertreter ausgeübt - ein Zeichen, wie sehr die erfolglose Auswahl des WM-Gastgebers unter Druck stehe.

Vor die Entscheidung Bayern oder Nationalteam habe man die zwei erst gar nicht gestellt im Gespräch mit Heynckes und Sportchef Matthias Sammer: "Wir wissen, was die Nationalmannschaft für einen Brasilianer bedeutet." Das Risiko eines Rechtsstreits habe man nicht eingehen wollen, zumal die Fifa den DFB "theoretisch" hätte auffordern können, das Pokalfinale unabhängig vom Spielausgang "mit 0:2 oder 0:3 gegen uns zu werten".

Fürs Nationalteam hatte Dante im Januar - gegen England (1:2) - debütiert. Für ihn ging ein Traum in Erfüllung, daheim in Salvador da Bahia stieg eine große Party; alle trugen T-Shirts mit seinem Namen, "nicht nur Mama hat geweint", erzählte er kürzlich. Nun hat Dante Tränen des Schmerzes vergossen. "Ich habe Dante die ganze Saison fröhlich und lachend erlebt", sagte Rummenigge - "heute hatte er zum ersten Mal traurige Augen." Für ihn wird nun Daniel Van Buyten in Berlin in der Innenverteidigung auflaufen (der wie Claudio Pizarro seinen Vertrag verlängern soll). Dante und auch die Mittelfeld-Option Gustavo werden in Rio vor dem Fernseher sitzen. Und leiden.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB