Bayern-Präsident und Steuerhinterziehung:War die Tat bereits entdeckt?

Lesezeit: 2 min

Offenbar geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass die Tat bereits entdeckt gewesen ist, als Hoeneß die Selbstanzeige abgab. In einem solchen Fall ist eine Selbstanzeige nicht wirksam.

Ein Reporter des Magazins Stern hatte sich Mitte Januar nach dem Konto einer deutschen "Sportgröße" bei der Vontobel-Bank erkundigt, aber weder den Namen Hoeneß noch den Namen des FC Bayern genannt.

Daraufhin hatte sich Hoeneß dennoch entschlossen, sehr kurzfristig die Selbstanzeige auf den Weg zu bringen. Die Staatsanwaltschaft hatte im März das Haus von Hoeneß durchsucht und einen Haftbefehl beantragt, der dann von einer Richterin erlassen wurde.

Der Haftbefehl wurde gegen Zahlung einer Kaution in Höhe von fünf Millionen Euro außer Kraft gesetzt. Hoeneß bekam dann im Mai seinen Pass zurück und durfte auch am 25. Mai zum Endspiel in der Champions League zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund nach London reisen.

Falls die Wirtschaftskammer des Landgerichts München II die Anklage zulassen sollte, ist von einem längeren Prozess auszugehen. Experten gehen indes davon aus, dass Hoeneß am Ende trotz der hinterzogenen Steuern in erheblicher Millionenhöhe keine Haftstrafe erhalten wird. Unklar ist allerdings, ob er im Fall einer Verurteilung Aufsichtsratschef des FC Bayern bleiben kann.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema