Bayern München:Arjen Robben macht sich nichts aus großen Gefühlen

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Bayern München: Spielt fast wieder in Bestform: Bayern-Profi Arjen Robben

Spielt fast wieder in Bestform: Bayern-Profi Arjen Robben

(Foto: AP)

Der Niederländer kehrt mit dem FC Bayern nach Eindhoven zurück, wo für ihn als Profikicker alles begann. Doch Heimweh und gar Romantik wollen bei ihm nicht aufkommen.

Von Benedikt Warmbrunn, Eindhoven

Arjen Robben legt den Kopf ein wenig zur Seite, er lässt die Lippen im Mund verschwinden, runzelt die Stirn. Was er gerade hört, ist eine Geschichte über sich selbst, seine Geschichte. Aber sie ist falsch, sie ist übertrieben, sie ist vor allem so emotional, wie er, Robben, sie nicht sieht.. Also unterbricht er die Übersetzerin, er sagt: "Nein." Dann übersetzt Arjen Robben sich selbst.

An diesem Dienstag tritt der FC Bayern im vierten Vorrundenspiel in der Champions League bei der PSV Eindhoven an, sollte die Mannschaft gewinnen, wäre sie wahrscheinlich für das Achtelfinale qualifiziert (vorausgesetzt, Atlético Madrid gewinnt gegen Rostow). Soweit die Rahmenhandlung dieser Partie. Die Haupthandlung dagegen dreht sich um einen Mann, der zurückkehrt an den Ort, an dem er zum Mann wurde, zumindest als Fußballer. Sie dreht sich um Arjen Robben.

Von 2002 bis 2004 spielte Robben für die PSV, gleich in der ersten Saison gewann er den Titel, er selbst, damals noch ein 18-jähriges Talent, erzielte zwölf Tore; in jener Spielzeit debütierte er auch in der niederländischen Nationalmannschaft. Sein Sturmpartner war der Serbe Mateja Kezman, die Fans nannten die beiden: Batman en Robben. Dann wechselte Robben zum FC Chelsea, wurde nicht so richtig glücklich, wechselte zu Real Madrid, wurde nicht so richtig glücklich, wechselte zum FC Bayern. Er wurde glücklich.

In all den Jahren im Ausland kehrte Robben nur zu Einsätzen für die Nationalmannschaft zurück in die Niederlande, zudem einmal zum Abschiedsspiel von Mark van Bommel, dem anderen Großen in der Geschichte von PSV und FCB. Die Partie am Dienstag ist also sein erstes Vereinsspiel nach zwölf Jahren in seiner Heimat, und nun übersetzt die Dolmetscherin ins Deutsche, dass es etwas "Extrabesonderes" für ihn sei, wieder hier zu sein. Dann unterbricht Robben sie. Die Frage und die Antwort, verbessert er nachsichtig, seien auf Niederländisch darum gegangen, ob er sich vorstellen könne, noch einmal für die PSV zu spielen. Und was so eine romantische Geschichte über die Rückkehr eines stolzen Spielers werden könnte, hörte sich auf einmal ganz nüchtern an.

Robben geht es in Eindhoven nicht um Romantik

Robben übersetzt also sich selbst, und er beginnt damit, dass er sich um eine klare Aussage drückt. Man wisse ja nie, aber "wenn man es verspricht, muss man dem auch nachkommen, das geht nicht". Natürlich, Eindhoven sei ein wichtiger Klub für ihn, einer von zweien in den Niederlanden, neben Groningen, seinem Heimatverein. Dann sagt Robben: "Das heißt nicht, dass ich nochmal in Holland spielen werde."

Robben, das wird schnell klar, will, dass es nur um eine Sache geht. Nicht um seine Rückkehr. Nicht um Gefühle. Nicht um Romantik. Sondern um das Spiel. Dabei dann wiederum allerdings auch gerne um ihn selbst.

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