Rummenigges Watschn und ein 3:1

Den 12. November 1977 muss jeder Löwen-Fan kennen. Nach acht Jahren Pause trafen 1860, nach turbulenten Jahren wieder erstklassig, und Bayern in der Bundesliga aufeinander. Sechzig war so grottenschlecht, dass das Team nach 14 Spieltagen Letzter war - ohne einen einzigen Sieg. Bayern war auch nicht viel besser als 14., aber Favorit, klar. Karl-Heinz Rummenigge (im Bild bei einem Nostalgie-Derby 30 Jahre später), heute Bayern-Vorsitzender, schoss das 1:0 (33.), später erlebte er seinen bekannten Blackout. Zunächst aber hielt TSV-Trainer Heinz Lucas in der Pause eine Brüllrede, die wirkte. Herbert Scheller traf sofort nach dem Wiederanpfiff aus 20 Metern, Alfred Kohlhäufl legte nach, aus 35 Metern (85.). In der Schlussminute folgte schließlich jene Szene, mit der man immer noch Rummenigge ärgern kann. Nachdem Rummenigge Beppo Hofeditz umgestoßen hatte, gab es Elfmeter für 1860. Als Hofeditz aufstand, tickte Rummenigge aus und verpasste ihm eine filmreife Ohrfeige. Rot! Unvergessen, wie Rummenigge ungläubig ins Leere starrte und die Hände in die Hüften stemmte. In der Kabine soll Rummenigge gar geweint und gesagt haben: "Ich habe durchgedreht." Seine Frau Martina rechtfertigte die legendäre Watschn so: "Hofeditz hatte meinen Mann ein rotes Schwein genannt." Damals wirkten solche Provokationen eben noch. Das Rückspiel endete unspektakulär 1:1, 1860 stieg letztlich ab, Bayern wurde Zwölfter.

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25. Februar 2008, 17:292008-02-25 17:29:00 ©