Die Szenen, die sich in der 98. Minute auf dem Freiburger Rasen abspielten, waren für alle, die dieses Bundesligaspiel nicht in Gänze gesehen hatten, kaum zu begreifen. Spielte hier nicht der FC Bayern einen normalen Frühlingskick mit seinen gefühlt hundert Punkten Vorsprung? Und das drei Tage vor dem überlebensgroßen Spiel im Santiago Bernabéu gegen das zumindest in eigener Wahrnehmung noch größere Real Madrid? Es ging doch um so wenig – und trotzdem zog Lennart Karl sein Trikot aus, sprintete oberkörperfrei in Richtung Auswärtsblock. Ekstatisch. Völlig enthemmt. Die Bayernbank war aufgesprungen und rannte in Richtung von Vorlagengeber Alphonso Davies. Der spielte erstmals nach einer seiner vielen Muskelverletzungen wieder. Das ganze Gemälde sah so aus, als hätte hier eine Mannschaft das entscheidende Tor gegen – na ja – Real Madrid geschossen. Und nicht an einem Übergangsspieltag das späte 3:2-Siegtor gegen den SC Freiburg.
FC Bayern in FreiburgKarl schickt Bayern mit Adrenalin ins Bernabéu
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Alle denken an Madrid? Nicht der SC Freiburg. Der Sportclub liefert den Bayern einen harten Kampf, die Münchner wollen aber nicht verlieren. Das Spiel schaukelt sich hoch – bis Lennart Karl das 100. Saisontor seines Klubs erzielt.
Von Martin Schneider, Freiburg
