FC Bayern:Nächster Streitfall nach dem Streit

FC Bayern: Benjamin Pavard, hier vor dem Spiel der Bayern gegen Freiburg im Januar.

Benjamin Pavard, hier vor dem Spiel der Bayern gegen Freiburg im Januar.

(Foto: Christof Stache/AFP)

Trainer Hansi Flick spricht sich mit dem SPD-Politiker Karl Lauterbach aus, doch Corona bleibt das Thema beim FC Bayern: Nach Thomas Müller wird auch Benjamin Pavard positiv getestet.

Von Sebastian Fischer

Die Sätze von Karl Lauterbach waren geeignet, ein versöhnliches Ende der Geschichte einzuleiten. "Eine Halbzeit lang", schrieb der SPD-Politiker am Donnerstagnachmittag auf Twitter, habe er über die "Lage des Profifußballs in Zeiten von Corona" mit Bayern-Trainer Hansi Flick gesprochen, der den Epidemiologen nach dessen wiederholter Kritik am Gebaren des Fußballs jüngst einen "sogenannten Experten" genannt hatte. Spannend und konstruktiv sei das Telefonat gewesen, schrieb Lauterbach: "Jeder Streit ist beigelegt." Da war allerdings schon seit ein paar Stunden klar, dass der FC Bayern weiterhin akut vom Virus betroffen ist.

Am Morgen hatte der FC Bayern mitgeteilt, dass Rechtsverteidiger Benjamin Pavard positiv getestet worden sei. Er befinde sich in häuslicher Quarantäne, ihm gehe es gut, schrieb der Verein. Pavard, 24, ist nach Javier Martinez, Leon Goretzka und Thomas Müller bereits der vierte infizierte Münchner Profi in diesem Jahr. Unter anderem an Müllers Positiv-Test vor dem Finale der Klub-WM in Katar vor einer Woche und seiner privilegierten Rückkehr in einem Sanitätsflieger, nach der er sich zu Hause in Quarantäne begab, hatte sich der Streit zwischen Flick und Lauterbach überhaupt erst entzündet.

Wie sich Pavard angesteckt hat? Was das womöglich für die Münchner Mannschaft als seine Kontaktpersonen bedeuten könnte? Das zu ermitteln und zu entscheiden ist wie immer in solchen Fällen die Sache des Gesundheitsamts. Im Klub-WM-Finale jedenfalls hatte der Franzose noch sehr auffällig mitgespielt, ihm gelang das Tor zum 1:0-Endstand gegen Tigres. Pavard jubelte mit seinen Kollegen, flog mit ihnen zurück und trainierte mit ihnen. Beim 3:3 gegen Arminia Bielefeld am Montag saß er 90 Minuten auf der Bank. Mit ihm saßen dort zum Schluss nur noch zwei Spieler mit Bundesliga-Erfahrung, Jamal Musiala und Marc Roca, so angespannt ist die Personallage im Kader.

Die wichtigen Duelle an diesem Samstag beim Tabellendritten Eintracht Frankfurt und am darauffolgenden Dienstag im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals bei Lazio Rom wird Pavard nun wohl ebenso verpassen wie Müller, der in einem Instagram-Video am Donnerstagabend sagte: "Ich bin wieder gesund und fühle mich gut." Er müsse nun abwarten "und ein bisschen vorsichtig sein, bevor es in Richtung härteres Training" gehe. Goretzka und Martinez kehrten dagegen ebenso wie Jérôme Boateng nach seinem Fehlen aus privaten Gründen ins Mannschaftstraining zurück. Serge Gnabry, Douglas Costa, Alexander Nübel und Tanguy Nianzou fehlen verletzt.

Pavards Saison war vor dem Siegtor gegen Tigres eher nicht von auffällig vielen gelungenen Aktionen, sondern eher von seiner Formsuche gekennzeichnet. Bouna Sarr, 29, im Oktober als Ergänzung für Pavard verpflichtet, konnte noch nicht für sich werben - auch gegen Bielefeld misslang ihm der Versuch wieder. Erst als Joshua Kimmich nach einer Stunde von der Bank kam und als Rechtsverteidiger aushalf, holten die Münchner den Rückstand auf. Kimmich könnte also erneut rechts hinten spielen müssen - oder Innenverteidiger Niklas Süle rückt nach außen, sollte Boateng schon wieder spielen können.

© SZ/moe
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