Bayern-Erfolg gegen Bremen In Minute 53 kehrt die Form zurück

Die Formkurve zeigt nach oben: Der FC Bayern beim Spiel gegen Werder Bremen.

(Foto: dpa)

Der FC Bayern beginnt wie gegen Real Madrid und lässt sich von Werder Bremen mehrfach auskontern. Doch dann drehen die Münchner erst auf, dann das Spiel. Das 5:2 macht zumindest ein wenig Hoffnung für das Rückspiel im Champions-League-Halbfinale.

Von Lisa Sonnabend

Pep Guardiola stand an der Seitenlinie. Der FC-Bayern-Trainer blickte ins Leere, die Hände hatte er hinter dem Rücken verschränkt. Das Stadion schwieg, eine Minute lang. Die Kameras visierten die Spieler, die Trauerflor trugen und sich an der Mittellinie aufgestellt hatten. Dann richtete die Regie die Objektive wieder auf den Trainer.

Am Freitagnachmittag war Guardiolas ehemaliger Assistent Tito Vilanova seinem Krebsleiden erlegen. Gemeinsam hatten die beiden den FC Barcelona zu den größten Erfolgen der Vereinsgeschichte geführt, sie waren seit der Jugend eng befreundet. Es sind alles andere als leichte Tage für Pep Guardiola. In der kommenden Woche reist zudem Real Madrid zum Champions-League-Rückspiel an und bringt einen 1:0-Vorsprung mit. Sollte der FC Bayern ausscheiden, wäre Guardiola gescheitert, das Ziel Triple-Verteidigung hätte er schon vor dem Endspiel in Lissabon verpasst. Die Falten auf Guardiolas Stirn verschwanden an diesem Samstagnachmittag nicht.

Gegen Werder Bremen demonstrierte der FC Bayern zunächst eindrücklich, dass er nicht in Bestform ist. In der zweiten Halbzeit drehten die Münchner dann allerdings auf und gewannen schließlich 5:2 (1:2).

Im Vergleich zum Spiel im Estadio Santiago Bernabéu veränderte Guardiola seine Elf auf fünf Positionen. Mitchell Weiser übernahm für den gesperrten Rafinha die Position hinten rechts. Philipp Lahm durfte sich zunächst ausruhen, dafür lief Javier Martínez im Mittelfeld auf. Auch Arjen Robben und Mario Mandzukic blieben draußen. Vorne agierten Claudio Pizarro, Thomas Müller und Mario Götze. Franck Ribéry bekam noch einmal eine Möglichkeit, um zu zeigen, ob er noch wie ein Filou spielen kann.

In der fünften Minute flitzte der Franzose tatsächlich in den Bremer Strafraum, spielte geschickt Doppelpass mit Müller, seine Vorlage für Pizarro fingen die Bremer jedoch ab. Immerhin: Es war Ribéry somit schon mehr gelungen als in Madrid.

Ribérys Therapiestunde

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Dass noch immer nicht alles rund läuft beim FC Bayern wurde in der 10. Minute eklatant deutlich. Ein Ballverlust im Mittelfeld, ein schneller Konter von Werder Bremen. Cédric Makiadi passte wunderbar auf Theodor Gebre Selassie. Dante und Jerome Boateng orientierten sich beide an Aaron Hunt, David Alaba war offenbar noch beim Kaffeekränzchen. Die Folge: Gebre Selassie hatte aus kurzer Distanz keine Mühe, den Ball an Weltklassetorwart Manuel Neuer vorbeizubringen. Das schnelle Umschaltspiel von Madrid hatten die Bremer offenbar genau studiert.

Allerdings sicherte Werder den Strafraum nicht ganz so konsequent ab wie Pepe und Sergio Ramos. In der 20. Minute kam Pizarro an den Ball, blieb kurz stehen, blickte sich um und sah Ribéry starten. Der Peruaner schickte dem Franzosen den Ball hinterher - und auch für einen Ribéry, der nicht in Topform ist, war die Vollendung ein Leichtes. Er schlenzte den Ball durch die Beine von Torwart Raphael Wolf ins Tor.

Die Bayern dominierten die Partie, der Ballbesitz lag bei weit über 70 Prozent und in der 35. Minute zeigten sie erneut, dass sie noch in der Lage sind, in den Strafraum des Gegners einzudringen und dort sogar gefährlich Tiki Taka spielen können. Pizarro war als letzter am Ball und lupfte erfolgreich über Wolf. Doch Werder-Kapitän Clemens Fritz hob ab, mit dem Fuß angelte er den Ball kurz vor der Torlinie zurück.

Dann wieder ein Real-Konter der Bremer: Franco di Santo passte diagonal über den Platz zu Aaron Hunt. Boateng rannte auf den 25-Jährigen zu, doch dann drehte der Verteidiger plötzlich ab, als verströme der Gegner extremen Mundgeruch. Hunt traf ins lange Eck. Neuer schüttelte den Kopf. Die Zuschauer pfiffen in der Halbzeitpause.