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FC Bayern in der Einzelkritik:Ein Hammer und ein Tanz

Corentin Tolisso jagt den Ball aus der Distanz in den Winkel, Kingsley Coman dribbelt wie einst Okocha und Thomas Müller schimpft über "die größten Rabauken des Weltfußballs". Die Bayern in der Einzelkritik.

Aus dem Stadion von Sebastian Fischer

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Manuel Neuer

Training FC Bayern

Quelle: Marco Donato/dpa

Manuel Neuer: Einer von neun Spielern in der Startelf, die auch vor zwei Monaten in Lissabon spielten, als die Münchner im Finale gegen Paris Saint-Germain die Champions League gewannen. Bekam kurz nach der Pause ein vermeintliches Gegentor, bei dem er etwas unglücklich aussah - und streckte dann seinen berühmten rechten Reklamier-Arm so lange aus, bis Schiedsrichter Michael Oliver dem Video-Assistenten zuhörte und den Treffer nicht gab.

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Benjamin Pavard

FC Bayern München v Borussia Dortmund - Supercup 2020

Quelle: Alexander Hassenstein/Getty Images

Benjamin Pavard: Wurde im Finale vor zwei Monaten von einer Bänderverletzung gebremst, deren Nachwirkungen ihn auch noch in den ersten Wochen der neuen Saison zu beschäftigen scheinen. Nun gelang ihm noch nicht der finale Gegenbeweis, aber ein sehr konzentrierter Abend.

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Niklas Süle

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Quelle: Andreas Gebert/AFP

Niklas Süle: Ist ähnlich wie Pavard nach einer Verletzung, in seinem Fall ein Kreuzbandriss, noch nicht wieder ganz in Bestform, was auch in seinem Fall natürlich trotzdem Verteidigen auf hohem Niveau bedeutet. Und wenn ein Offensivkünstler wie Joao Felix kein Tor schießt, ist das natürlich auch ein Kompliment für einen Verteidiger.

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David Alaba

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Quelle: Matthias Schrader/AP

David Alaba: Gerade in Partien, die der FC Bayern etwas wacklig beginnt, was gerade gegen eine Mannschaft wie Atlético Madrid schon mal Unsicherheit und Passivität zur Folge haben kann, braucht es einen Abwehrchef, der deutliche Kommandos gibt und das Spiel ruhig aufbaut. So ein Abwehrchef war Alaba - und das bei einem nicht gerade zur Gemütlichkeit neigenden Gegenspieler namens Luis Suarez.

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Lucas Hernandez

FC Bayern München v Borussia Dortmund - Supercup 2020

Quelle: Alexander Hassenstein/Getty Images

Lucas Hernandez: Der 80-Millionen-Zugang aus dem Sommer 2019 ist anders als in der vergangenen Saison derzeit Stammspieler auf seiner Zweitlieblingsposition links in der Abwehr, was für ihn anlässlich der Begegnung mit seinen früheren Kollegen von Atlético Madrid natürlich besonders schön ist. Spielte so energisch, als würde ihn dazu immer noch sein früherer Trainer Diego Simeone antreiben, den er vor der Partie "den besten Trainer der Welt" genannt hatte. Grätschte auch in der Schlussphase noch durch den eigenen Strafraum - und grätschte erfolgreich.

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Joshua Kimmich

FC Bayern Muenchen v Atletico Madrid: Group A - UEFA Champions League

Quelle: Alexander Hassenstein/Getty Images

Joshua Kimmich: Spielte wieder, nachdem er gegen Bielefeld am Samstag in der Bundesliga in Erwartung der Geburt seines zweiten Kindes noch gefehlt hatte. Er spielte anders als vor zwei Monaten im Finale in Lissabon im zentralen Mittelfeld, da musste er ja als Rechtsverteidiger aushelfen. Aber er spielte in der gleichen Form wie damals, als er nach der Partie trommelnd durch die Katakomben gezogen war. Sein Pass auf Kingsley Coman vor dem 1:0 war einer für die größte Bühne.

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Leon Goretzka

Champions League - Group A - Bayern Munich v Atletico Madrid

Quelle: Andreas Gebert/REUTERS

Leon Goretzka: Man merkte ihm zunächst den Respekt vor den furchteinflößenden Kanten aus Madrid an, diesen Meistern im Spiel gegen den Ball, gegen die Goretzka noch nie zuvor gespielt hatte. Doch er wurde von Kimmich in den Zweikämpfen angefeuert, er steigerte sich schnell - und als er Platz im gegnerischen Strafraum hatte, nutzte er ihn kühl zum Tor zum 2:0.

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Corentin Tolisso

FC Bayern Muenchen v Atletico Madrid: Group A - UEFA Champions League

Quelle: Alexander Hassenstein/Getty Images

Corentin Tolisso: Spielte wohl vor allem, weil Serge Gnabry wegen eines positiven Corona-Tests fehlte und auf dem Flügel von Müller vertreten wurde. Wie agil und griffig er sich auf der offensiv-zentralen Mittelfeld-Position einfügte, das war etwas überraschend. Wie er nach 66 Minuten den Ball aus der Distanz in den Winkel schoss, das war der Ausdruck einer hervorragenden Leistung.

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Kingsley Coman

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Quelle: Matthias Schrader/AP

Kingsley Coman: Vor zwei Monaten erzielte er das 1:0 im Finale mit dem Kopf, was wahrscheinlich auch ihn ein wenig überraschte. Dass er auch noch (oder wieder) in Champions-League-Form ist, zeigte er lieber mit dem Fuß: Kontrollierte Kimmichs Pass mit einer unnachahmlichen Bewegung und traf dann zum 1:0, bereitete das 2:0 nach einem Dribbling im Fallen mit einem Querpass vor. Und nach Vorlage von Müller tanzte er nach einem Konter Madrids Felipe aus wie einst Jay-Jay Okocha Oliver Kahn - und traf auch noch zum 4:0.

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Thomas Müller

FC Bayern München - Atletico Madrid

Quelle: Matthias Schrader/dpa

Thomas Müller: "Wir spielen gegen Atletico Madrid, die größten Rabauken im Weltfußball, und dann gibt das Gelb", rief er nach 21 Minuten, als er Madrids Rechtsverteidier Trippier eher leicht berührt hatte und von Schiedsrichter Oliver verwarnt wurde. Er müsse sich jetzt zusammenreißen, auch dieser Nachsatz Müllers war im leeren Stadion zu hören. Das Zusammenreißen gelang ihm ausgezeichnet, genau wie der Kampf gegen die sogenannten Rabauken. Und auch mit dem Schiedsrichter vertrug er sich lächelnd wieder.

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Robert Lewandowski

Champions League - Group A - Bayern Munich v Atletico Madrid

Quelle: Andreas Gebert/REUTERS

Robert Lewandowski: Ist zwei Monate nach dem Finale inzwischen auch mit dem entsprechenden Titel Europas derzeit bester Fußballer. Zeigte das gar nicht mal allzu sehr, war schlichtweg Teil einer funktionierenden Offensive - was deshalb beeindruckend war, weil ja in Gnabry und Leroy Sané zwei als Stammspieler gedachte Angreifer fehlten.

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Einwechselspieler

FC Bayern Muenchen v Atletico Madrid: Group A - UEFA Champions League

Quelle: Alexander Hassenstein/Getty Images

Douglas Costa: Kam in der 73. Minute für Coman in ein Spiel, in dem er unmöglich besser sein konnte als der Flügelstürmer, den er ersetzte.

Bouna Sarr: Der Zugang von Olympique Marseille kam in der 73. Minute für Pavard und gab so mit 28 Jahren sein Debüt in der Champions League.

Javi Martinez, Eric Maxim Choupo-Moting und Alphonso Davies, die nach 83 Minuten kamen, hatten in der Königsklasse alle schon mal gespielt.

© SZ/jbe
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