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Bayern-Einkauf Xherdan Shaqiri:Abziehbild von Ribéry

Nun ist es fix: Nach SZ-Informationen wechselt das Basler Talent Xherdan Shaqiri zur kommenden Saison für eine zweistellige Millionensumme nach München. Der 20-Jährige erinnert an Franck Ribéry - könnte jedoch vor allem eine Alternative zum verletzungsanfälligen Arjen Robben werden.

Einen Auftritt hat Xherdan Shaqiri schon gehabt in der Münchner Arena, aber seine Leistung ist natürlich untergegangen. Vor gut einem Jahr, im Dezember 2010, war sein FC Basel chancenlos beim FC Bayern, der gegen den Schweizer Meister das Rückspiel in der Champions-League-Vorrunde gewann, 3:0.

Basels Shaqiri auf dem Sprung zu Bayern

Basels Top-Talent Shaqiri: "Ich will dahin, wo ich mich auch verständigen kann."

(Foto: dapd)

Wie schon beim unglücklichen 1:2 daheim im St.-Jakob-Park ragte das nur 1,69 Meter große Kraftpaket Shaqiri heraus mit seiner Wendigkeit im Mittelfeld, als dynamischer Hasardeur am Ball mit Mut, technischem Können und einem strammen Schuss fiel er in beiden Duelle auf. Shaqiri ist damals noch 18 gewesen, in dem Alter hat man noch Träume, und wenn also irgendwann mal die Bayern bei ihm anfragen würden, plauderte er damals, "klar, dann würd' ich nicht fünfmal überlegen".

So ist es dann jetzt gekommen, der 20-jährige Nationalspieler hat sich nach SZ-Informationen mit den Münchner auf einen Vier-Jahres-Vertrag bis 2016 geeinigt, der ab Sommer gilt. Auch die Basler Zeitung meldet den Deal auf der Titelseite unter dem Krisenbericht zum Finanzplatz Schweiz: "Vom FCB zum FCB - Shaqiri wechselt zu den Bayern."

Im Herbst stand sogar ein Wechsel zum Winter zur Debatte, er wurde verworfen; nach der Absage von Marco Reus, der von Gladbach nach Dortmund wechselt, fiel nun doch die Entscheidung zum Zukauf Shaqiris, für den Basel dem Vernehmen nach rund 14 Millionen Franken (11,6 Mio. Euro) erhalten soll - sein Vertrag dort ist bis 2014 gültig. Damit wäre er der bisher teuerste Schweizer Transfer. Zuletzt hatte der Freund schneller Autos Galatasaray Istanbul und St. Petersburg abgesagt. Shaqiri erklärt: "Ich will dahin, wo ich mich auch verständigen kann."

Seit zwei Wochen wird konkret verhandelt, das Münchner Interesse besteht schon länger. Bereits vor dem Aufeinandertreffen 2010, dem pikanterweise nun ein Achtelfinal-Duell folgen wird (22.2./13.3.), war ihren Scouts das Talent aufgefallen. Shaqiri, gebürtiger Kosovo-Albaner, der nach seinem ersten Lebensjahr mit den Eltern in die Schweiz übersiedelte, ist vielseitig verwendbar. In Basel wird er meist im rechten Mittelfeld eingesetzt, gab aber auch schon mal den Rechts- oder Linksverteidiger.

Noch mit 17 machte ihn Basel zum Profi, seit 2010 ist er Nationalspieler mit bisher 17 Einsätzen (vier Tore). Im Heimatklub wuchs er unter Thorsten Fink zur Stammkraft, "er hat sich in zwei Jahren vom A-Jugendspieler zum besten Spieler der Schweiz entwickelt", sagt der jetzige HSV-Coach. Alain Sutter, 1994/95 selbst bei Bayern aktiv, schwärmt über den Landsmann, der nicht nur als Straßenfußballer ein Abziehbild des Franzosen Ribéry ist: "Er bringt die nötige Dynamik mit, sich langfristig durchzusetzen."

Bei den Bayern wäre er als Ersatz für Arjen Robben denkbar, falls der mal wieder unpässlich wäre; auch die Rolle hinten rechts käme in Frage. Auf einen Rivalen wird Shaqiri dabei kaum mehr treffen. Der Japaner Takashi Usami, 19, hat erklärt, er wolle den FC Bayern im Sommer verlassen.

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