Bayern-Debütant Miloš Pantović Auf den Spuren Alabas

Miloš Pantović (l.) wird in der Nachspielzeit eingewechselt und benötigt die Jubel-Hilfestellung der Kollegen David Alaba und Thomas Müller (r.).

(Foto: MIS/imago)
Von Martin Schneider, Bremen

Als Miloš Pantović plötzlich an der Seitenlinie stand, hatte der FC Bayern München zwei Riesenprobleme, und für beide konnte der 19-Jährige überhaupt nichts. Zum einen war da der Punkt, dass Trainer Pep Guardiola tatsächlich in der 92. Minute auf das nicht gerade taktisch ausgefuchste Mittel des Zeitschindens durch Auswechslung zurückgreifen musste, um die knappe 1:0-Führung gegen Werder Bremen zu retten. Und dann war da noch das Problem, dass Guardiola im Prinzip nur noch die Wahl hatte, ob er Pantović bringt oder Gianluca Gaudino. Alle anderen Feldspieler, die noch auf der Bank saßen (Javi Martínez, Douglas Costa und Jan Kirchhoff) waren, wie Sportchef Matthias Sammer später erklärte, mehr oder weniger schwer verletzt.

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Und so spülte diese seltsame Situation einen Teenager in die Bundesliga-Geschichtsbücher des FC Bayern, den bisher nur Leute kannten, die entweder aus Prinzip alle Kader bis zur A-Jugend auswendig lernen oder Fans der Regionalliga Bayern sind. Dort spielt Pantović nämlich eigentlich bei den Bayern-Amateuren, am vergangenen Wochenende stürmte er auf Rechtsaußen gegen Jahn Regensburg. In 13 Spielen hat er bisher fünf Tore geschossen, in der vergangenen Saison debütierte er mit 18 in der vierten Liga.

Nach David Alaba schaffte es kaum einer

Natürlich kam er nun zu einem Einsatz bei den Profis, weil die Verletzten-Lage beim FC Bayern wieder so ist, dass Pep Guardiola kaum die Ersatzbank voll bekommt. Aber Pantović darf so eine Nominierung trotzdem als Auszeichnung verstehen. Die Bayern sind ja eigentlich nicht mehr zufrieden mit ihrem Jugendbereich. Seit David Alaba vor fünf Jahren hat keiner mehr so richtig den Sprung geschafft, Pierre-Emile Höjbjerg wurde etwa schon zum zweiten Mal verliehen. Darum baut der Verein im Münchner Norden gerade ein neues Jugendtrainingszentrum, um sich auch in diesem Bereich mit europäischen Größen wie dem FC Barcelona mit seiner Talentschmiede La Masia messen zu können.

Die Prognose ist nun nicht allzu gewagt, dass Miloš Pantović in dieser Saison nur dann zu weiteren Einsätzen bei den Profis kommt, wenn wieder keiner mehr auf der Ersatzbank richtig laufen kann. Langfristig wäre aber sicher keiner unglücklich, wenn er es richtig packen würde. Er spielt zwar nämlich für die serbischen Junioren-Nationalmannschaften - wäre aber neben Philipp Lahm der zweite gebürtige Münchner im Kader.

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