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Unentschieden gegen Augsburg:FC Bayern hat Nerven wie Spinnenfäden

FC Augsburg - Bayern München

Thomas Müller, Javi Martinez und Benjamin Pavard (von links) sind nach dem 2:2 alles andere als zufrieden.

(Foto: dpa)
  • Nach dem 2:2 beim FC Augsburg reagiert Bayerns Trainer Kovac ziemlich dünnhäutig.
  • Dazu trägt die schwere Knieblessur von Niklas Süle bei. Aber auch die wiederkehrenden Makel seines Teams.
  • Zu den Ergebnissen und der Tabelle gibt es hier.

Die Frage war gar nicht an Niko Kovac gerichtet, aber der Trainer des FC Bayern fühlte sich aufgefordert, sich zu dieser zu äußern. Die Frage lautete, ob vielleicht die mutigere Mannschaft belohnt worden sei, zumal Herr Kovac gerade gesagt habe, dass es den Münchnern darum gegangen sei, das zweite Tor des FC Augsburg zu verhindern statt das eigene dritte zu erzielen. "Entschuldigung, Sie müssen schon bei der Wahrheit bleiben. Martin, entschuldige bitte, aber das muss ich jetzt mal klären", sagte Kovac, obwohl die Frage an den Augsburger Trainer Schmidt gerichtet war. Kovac rief in Erinnerung, was er zuvor gesagt und gemeint hatte, sein Gesichtsausdruck verlieh seiner Wut dabei Nachdruck. "Es ging um die 93. Minute. Haben Sie nicht gesehen, dass wir die ganze Zeit versucht haben, das dritte Tor zu schießen?", fragte Kovac ungehalten. "Doch", antwortete der Fragesteller. "Also, dann erzählen Sie bitte nicht irgendwas anderes", sagte Kovac.

FC Bayern in der Einzelkritik

Der Zehn-Minuten-Müller schwächelt

Es war nur einer von mehreren Momenten auf der Pressekonferenz nach dem 2:2 (1:1) beim FC Augsburg, in denen der Münchner Trainer Mühe hatte, die Contenance einigermaßen zu wahren. Ein anderer Moment war, als er um seine Bewertung von Thomas Müllers Leistung gebeten worden war, der allerdings zum sechsten Mal in Serie die meiste Zeit auf der Bank gesessen hatte und erst in der Schlussphase von Kovac aufs Feld geschickt worden war.

Bayern-Trainer Kovac lobt die Leistung seiner Mannschaft: "Außerordentlich gut"

Auch hierbei reagierte Kovac ziemlich dünnhäutig, was einerseits verständlich war nach einem Spiel, das die Bayern deutlich hätten gewinnen müssen, in dem aber auch ihre Defizite zum wiederholten Male wie unter einem Brennglas zu besichtigen waren. Andererseits wirkte Kovac auch nicht gerade souverän, was sich durchaus mit dem Auftritt seiner Mannschaft deckte, jedenfalls phasenweise. Das galt vor allem zu Beginn und ganz am Ende, als Marco Richter (1.) und der eingewechselte Alfred Finnbogason (90.+1) die Augsburger Tore erzielten. Dazwischen hatten die dominanten Bayern durch Robert Lewandowski (14.) und Serge Gnabry (49.) das Spiel gedreht, ehe die Münchner mehrere Großchancen vergaben und am Ende zwei Punkte verloren.

"Du hast so viele Chancen, du lässt so viel liegen", stöhnte Kovac, ehe er die Leistung seiner Mannschaft vom Podium aus als "außerordentlich gut" einstufte. Allerdings habe man in der Defensive "zwei Mal geschlafen". Er sagte: "Was mich maßlos ärgert, ist die Tatsache, dass wir in den entscheidenden Situationen nicht so verteidigen, wie es sein muss. Wir bringen uns um den Lohn. Wir sind tieftraurig, doppelt."

Letzteres bezog sich auf Innenverteidiger Niklas Süle, der bereits in der zwölften Minute ausgewechselt worden war und noch während des Spiels mit einem bandagierten linken Knie auf Krücken in den Mannschaftsbus humpelte. Das Kreuzband sei wohl beschädigt, berichtete Kovac von der ersten Diagnose, "jetzt müssen wir schauen, inwieweit noch andere Bereiche im Knie in Mitleidenschaft gezogen worden sind". Süles mutmaßlich schwere Blessur, die im schlechtesten Fall sogar sein Saison- und EM-Aus nach sich ziehen könnte, sei das "Schlimmste" und gebe diesem sportlich enttäuschenden Tag eine "besondere Note", befand Kovac.