Champions League Die Münchner Überzahl hält nicht lange

An der Grundausrichtung der Mannschaften änderte sich anschließend wenig, Ajax blieb forscher, der FC Bayern abgezockter. In der 27. Minute hatte Lewandowski die Gelegenheit, die Führung auszubauen; er traf Onana. Den Nachschuss von Joshua Kimmich blockte Matthijs de Ligt, durchaus rustikal. Anschließend reduzierte Ajax das Tempo. Aber nur, um es nach der Pause sofort wieder zu erhöhen.

Es dauerte nur wenige Minuten, dann hatten sich die Bayern verschanzt wie hinter einen Wagenburg. "Wir wollten nicht wieder in die Konter reinlaufen", erklärte Kovac. Ajax belagerte mit seinen flinken Pässen nun den Strafraum der Gäste. In der 58. Minute verfehlte David Neres nach einer flinken Kombination das Tor, drei Minuten später spielte Ajax direkten Fußball, nach fünf Pässen und fünf Ballberührungen stand Dusan Tadic vor dem leeren Tor, der Ausgleich.

"Es war sehr interessant am Ende", urteilt Manuel Neuer

Erst danach zeigte der FC Bayern wieder gesteigertes Interesse am Ballbesitz; die neuerliche Führung durch Lewandowski verhinderte Onana mit einem starken Reflex (66.). "Wir hatten die klareren Chancen, hätten das Spiel viel früher zumachen müssen. Leider haben wir die Räume nicht so ausgenutzt", sagte Kovac. Eine Minute später ergaben sich weitere Räume, dann sah Ajax-Verteidiger Maximilian Wöber nach einem Foul an Leon Goretzka die rote Karte ("mit der Axt voll draufgehauen", klagte Kovac).

Die Münchner Überzahl hielt jedoch nicht lange, neun Minuten später sprang Müller mit gestrecktem Bein auf den Kopf von Nicolas Tagliafico, auch er wurde des Feldes verwiesen. Dann wurde es noch richtig turbulent. In der 82. Minute traf Tadic zur Führung für Ajax, per Elfmeter. Fünf Minuten später glich Lewandowski aus, per Elfmeter; sein achtes Tor im sechsten Gruppenspiel. In der 90. Minute traf Kingsley Coman mit einem gefühlvollen Kunstschuss. Fünf Minuten später traf Niklas Süle, allerdings ins eigene Tor.

"Es war sehr interessant am Ende", urteilte Neuer. "Kompliment an die Jungs", sagte Kovac. Der Trainer gestand allerdings auch: "Wir haben in der einen oder anderen Situation was falsch gemacht."

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