Remis zwischen Leverkusen und Bayern:Zu gut, um Tore zu schießen

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Bayer Leverkusen v FC Bayern Muenchen - Bundesliga

Es war zum Verzweifeln: Nicht nur FCB-Profi Thomas Müller vergab in Leverkusen Chancen von bester Qualität.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Das Unentschieden trotz enormer Überlegenheit lässt die Münchner rätselnd zurück. Sie fragen sich nach dem 1:1 in Leverkusen, warum sie die Gegner zwar reihenweise schwindelig spielen, aber zuweilen ihre Torchancen nicht kühl nutzen. Ein Möglichkeit wäre, dass Trainer Guardiola seine Taktik ändert.

Von Maik Rosner, Leverkusen

Als Thomas Müller und Bastian Schweinsteiger aus der Kabine schlenderten, blieben sie an einem der Monitore im Bauch der Arena stehen. Arm in Arm blickten sie auf den Zusammenschnitt ihres 1:1 (1:1) bei Bayer Leverkusen, ganz so, als müssten sich die beiden Profis des FC Bayern gegenseitig stützen, während sie noch einmal all ihre vergebenen Torchancen und die der Kollegen vorgeführt bekamen.

Müller schüttelte mit jeder weiteren Szene mehr den Kopf und gab Schweinsteiger bald einen leichten Stubser zum Weitergehen. Reden über diese einseitige Partie mit dem geradezu grotesken Resultat aus Sicht der Münchner? Lieber nicht.

27 Torschüsse hatten die Statistiker gezählt und nur deren fünf von Leverkusen. Zudem: Ballbesitzwerte zwischen 70 und 80 Prozent für Pep Guardiolas Mannschaft, 14 Eckbälle (Leverkusen: zwei) und weitere 27 Flanken aus dem Spiel heraus (drei). In jeder erdenklichen Erhebung lagen sie vorne. Nur eben nicht in der entscheidenden Spalte, die das Führungstor von Toni Kroos aus der 30. Minute und Sidney Sams umgehenden Ausgleich keine 60 Sekunden später auswies.

"Wir müssen lernen. Das Problem ist die Effektivität. Wir werden versuchen, dieses Detail zu verbessern", sagte Trainer Guardiola ein bisschen genervt, bemühte sich aber mehrfach darum, diesen kritischen Ansatz abzuschwächen. "Manchmal kann das passieren. So ist Fußball", sagte er lakonisch. Für ihn war es das "beste Spiel" seiner Amtszeit beim FC Bayern.

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