Bastian Schweinsteiger beim DFB:Gleich nach München zurück

Lesezeit: 3 min

Schweinsteiger ist zurück, doch er hat Konkurrenz bekommen. Der Dortmunder Ilkay Gündogan machte im November im Paris eine exzellente Partie, ließ sich von den Innenverteidigern den Ball geben, gab im Mittelfeld den Helfer in allen Lagen und bereitete ein Tor wunderbar vor. In Kasachstan saß der sechs Jahre jüngere Gündogan bis auf die letzten paar Minuten auf der Bank - am Dienstag in Nürnberg beim zweiten Aufeinandertreffen mit Kasachstan wird er aber ziemlich sicher dabei sein. Denn Schweinsteiger sah in Astana seine zweite gelbe Karte im Wettbewerb und muss wieder einmal aussetzen.

Zuletzt hatte der Bayern-Profi schon neun Testspiele in Serie verpasst, entsprechend mürrisch nahm er die Strafe hin. "Es war das einzige Foul im gesamten Spiel von mir", klagte er, "ich war jetzt lange nicht mehr dabei, und jetzt hätte ich gerne noch das Rückspiel gespielt. Jetzt muss ich wieder warten." Sein 99. Einsatz wird nun voraussichtlich erst im August gegen Paraguay kommen, denn auch die Amerika-Reise Ende Mai/Anfang Juni wird er ziemlich sicher verpassen: Kurz zuvor ist das Champions-League-Finale, das DFB-Pokal-Endspiel steigt erst am 1. Juni.

Bundestrainer Löw schickte den gesperrten Schweinsteiger gleich nach Hause, nach der Landung des Charterflugs aus Astana um 5.15 Uhr in der Früh in Nürnberg verließ er die Mannschaft. Dafür nominierte Löw den Dortmunder Sven Bender nach, der eine Grippe überstanden hat. Mit Mario Gomez (Oberschenkelzerrung) sowie den Schalkern Julian Draxler (Verdacht auf Gehirnerschütterung) und Benedikt Höwedes (Muskelverhärtung) drohen weitere Ausfälle für Dienstag.

Mit einem Erfolg am Dienstag könnte der Vorsprung in der Qualifikationsgruppe C weiter anwachsen, Schweden patzte ja schon am Freitagabend beim 0:0 gegen Irland. Die Teilnahme an der WM in Brasilien ist mit diesem erlesenen Kader fest eingeplant, auch wenn dieser Kader einmal ein 4:0 noch herschenkte. 2014 folgt dann der nächste Anlauf auf einen großen Titel für die DFB-Elf und auch für Bastian Schweinsteiger. Wobei der zumindest öffentlich die Luft aus der Debatte herauslassen will. "Ich bin nicht nervös. Wenn ich jetzt keinen großen Titel hole, dann werde ich auch nicht früher sterben."

Wenn es in Brasilien wieder nicht klappt, zieht er seine Karriere vielleicht bis zur WM 2018 in Russland durch, Schweinsteiger wäre dann fast 34 und würde wohl die 150 Länderspiele von Lothar Matthäus erreichen. Wobei ihm selbst dann Platz eins in der ewigen Bestenliste des DFB nicht sicher ist: Der ein Jahr jüngere Lukas Podolski hat seit Freitag bereits 108 Länderspiele auf dem Konto. Und der Spieler von Arsenal London ist weder gesperrt, noch wird er wegen des Champions-League-Finals die Amerika-Reise verpassen.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema