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Basketballer des FC Bayern:"Mir ist aufgefallen, dass wir nichts draufhaben"

Klub-Präsident Uli Hoeneß gibt dem entlassenen Trainer Bauermann die Schuld an der Auftaktniederlage der Bayern-Basketballer: Beim 60:81 werden die Münchner von den Baskets Oldenburg phasenweise vorgeführt - die Bayern geben nicht das Bild einer Mannschaft erster Güte ab.

FC Bayern Basketball - Uli Hoeneß beim Spiel gegen EWE Oldenburg

Ernüchtert: Uli Hoeneß beim Spiel des FC Bayern gegen Oldenburg.

(Foto: dpa)

Vormittags war Uli Hoeneß mit den Fußballern aus Minsk zurückgekehrt, vom 1:3 gegen Borissow; die erfolgreichste Abteilung des FC Bayern bescherte dem Präsidenten eine erste Enttäuschung und eine Debatte zwischen Trainer und Sportchef. Da traf es sich gut, sich am frühen Abend etwas bei der zweiten ambitionierten Sparte des Klubs ablenken zu können, bei den Basketballern, die gegen Oldenburg in die neue BBL-Saison starteten.

Doch hinterher war Hoeneß noch sprachloser als tags zuvor in Weißrussland: Der favorisierte FC Bayern, bei dem Hoeneß vor sechs Tagen Trainer Dirk Bauermann gefeuert hatte, verlor die Premiere des neuen Coachs Yannis Christopoulos nach ernüchternder Leistung 61:80. Die Bayern waren chancenlos.

Entsprechend konsterniert sah Hoeneß aus, als er sich nach der Sirene erhob. Nachdem er sich ein wenig gesammelt hatte, gab er nicht Christopoulos, sondern dessen Vorgänger die Schuld für den blamablen Auftritt. "Mir ist aufgefallen, dass wir nichts draufhaben", sagte er, "das ist auch der Grund, warum wir mit der Arbeit von Dirk Bauermann unzufrieden waren." Des weiteren analysierte er unvermindert spitz: "Wir waren schlecht von der Freiwurflinie und bei Dreiern - das ist Übungssache, da wurde zu wenig gearbeitet."

Der Name Bauermann, den die Bayern vor gut zwei Jahren als renommiertes Gesicht ihrer Kampagne verpflichtet hatten, war zuvor nur im Kleingedruckten aufgetaucht. Das Programmheft erwähnte ihn auf Seite drei beiläufig, der Hallensprecher verlas eine Viertelstunde vor Spielbeginn eine kurze Danksagung- in einem Atemzug mit der Erwähnung von Jonathan Wallace und Darius Hall, zwei Spielern, die ebenfalls nicht mehr an Bord sind.

Doch so ist der Schatten Bauermanns für den bisherigen Assistenten Christopoulos natürlich nicht klein zu kriegen. Und als sich der 38-jährige Grieche zur Pause zur Kabine bewegte, wirkte er bereits sehr nachdenklich. Denn nach seinen ersten 20 Spielminuten als Chefcoach führte der Gast 40:28, wobei ihm dafür eine mittelprächtige Vorstellung in einer auf äußerst bescheidenem Niveau dümpelnden Partie genügte.

Vielleicht dachte der Coach nicht nur an die Probleme, die seine Männer da schon offenbart hatten: das zusammenhanglose Passspiel, die Wurfschwäche. Christopoulos dürfte ebenso den Gedanken gestreift haben, dass sein Debüt zugleich Ausgangspunkt intensiver Münchner Aktivitäten auf dem Trainermarkt sein könnte.