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Basketball:Zwei Siege

Nihad Djedovic ( mit Ball) (FC Bayern) gegen Bryant (o) und Hunter ( 5) (Maccabi Tel Aviv) / Basketball / EuroLeague / F; imago46242318h

Rückkehrer und Top-Scorer der Münchner: Nihad Djedovic (am Ball).

(Foto: Mladen Lackovic/imago)

Mindestens für eine Nacht nicht Letzter: Angeführt vom genesenen Nihad Djedovic schlagen die Bayern-Basketballer in der Euroleague den Tabellendritten Tel Aviv.

Mit einer eindrucksvollen Leistung haben die Basketballer des FC Bayern München ihre Talfahrt gestoppt und den favorisierten israelischen Serienmeister Maccabi Tel Aviv in der Euroleague nach einer vor allem kämpferisch mitreißenden Leistung mit 80:68 Punkten geschlagen und so für mindestens eine Nacht den letzten Tabellenplatz verlassen.

Vladimir Lucic hatte vor der Partie ja einen einfachen Plan vorgegeben, wie der Gegner zu schlagen sei: kämpfen, nach jedem Ball hechten und das Momentum zurückholen. Lucic selbst konnte nicht wie gewohnt vorangehen, er hatte einen guten Grund für seine Abwesenheit: Der 30-Jährige war bei der Geburt seiner zweiten Tochter dabei, außerdem hatte ihn zuletzt das Knie gezwickt. Auch ohne ihn setzten die Kollegen die Vorgabe um, Greg Monroe, Mathias Lessort, Paul Zipser oder T. J. Bray purzelten von der ersten Sekunde an im Kampf um den Ball durch die Halle, Zeichen des großen Willens, die unschöne Serie von wettbewerbsübergreifend vier Niederlagen mit aller Macht zu beenden.

Dabei bekamen sie Hilfe von einem Spieler, der die letzten drei Partien aussetzen musste: Nihad Djedovic (im Bild). Der Deutsch-Bosnier quält sich ja schon seit geraumer Zeit mit Blessuren durch die Saison, erst schmerzte das Knie, dann der Rücken, zuletzt brach im Training die Nase. Nun aber stand der Small Forward wieder in der Startformation und zeigte mit einer überragenden Leistung, wie wertvoll seine Dienste sind. Djedovic traf aus der Distanz oder zog zum Korb und vollendete per Korbleger: 16 seiner insgesamt 19 Punkte sammelte der Münchner Topscorer allein in der ersten Halbzeit, ganz nebenbei bearbeitete er auch noch den wichtigsten Spieler der Gäste wirkungsvoll. Scottie Wilbekin, der den Bayern bisher stets große Probleme bereitete, kam kaum zur Geltung, blieb in der ersten Halbzeit ohne jeden Punkt und erzielte insgesamt für ihn enttäuschende neun. Dass Tel Aviv nicht zufällig als Tabellendritter anreiste, zeigten Wilbekins Kollegen, allen voran Elijah Bryant (14 Punkte). So kam Tel Aviv nach einem 12:23-Rückstand nach dem ersten Viertel bis zur Pause auf 33:35 heran.

Doch im Gegensatz zu den jüngsten Auftritten ließen die Münchner dieses Mal nicht nach und wussten ihre Möglichkeiten endlich mal wieder auszuschöpfen. Neben Djedovic überzeugte vor allem Paul Zipser (17), doch insgesamt war es ein Sieg eines wiedererstarkten Kollektivs, in das sich alle Spieler einzubringen wussten. Trainer Kostic sprach hernach von einem "guten Gefühl" und fand, dass "wir zwei Spiele gewonnen haben: Auf dem Feld und durch Lucic, der sein zweites Töchterchen bekommen hat".

© SZ vom 24.01.2020
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