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Basketball: WM-Wildcard für Deutschland:Fiba will Nowitzki

Auch weil der deutsche Basketball-Star grundsätzlich bereit ist, an der WM 2010 in der Türkei teilzunehmen, bekommt Deutschland eine Wildcard vom Weltverband.

Die deutschen Basketballer haben eine der vier Wildcards für die Weltmeisterschaft 2010 in der Türkei bekommen (28. August bis 12 September). Das entschied das Central Board des Weltverbandes Fiba am Samstag in Istanbul. Außer der Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) erhielten die Nationalverbände von Russland, Litauen und des Libanon eine Einladung zu dem Turnier.

Ob NBA-Star Dirk Nowitzki in der Türkei für Deutschland auf Punktejagd geht, ist noch nicht klar.

(Foto: Foto: dpa)

Insgesamt hatten sich 14 Länder um eine Wildcard beworben, bei den Titelkämpfen treten 24 Mannschaften an. Die vier Vorrundengruppen werden am Dienstag ausgelost.

Beim DBB löste die Vergabe der Wildcard große Erleichterung aus. "Es ist eine richtungweisende Entscheidung für unseren Verband", sagte Präsident Ingo Weiss. Generalsekretär Wolfgang Brenscheidt fand sie "enorm wichtig für unsere strategische Ausrichtung: Wir haben jetzt mittelfristig Planungssicherheit".

Deutsche Basketballer auch für die EM qualifiziert

Dank der WM-Teilnahme sind die DBB-Männer automatisch für die Europameisterschaft 2011 in Litauen qualifiziert; dort wiederum besteht die Möglichkeit, sich die Startberechtigung für die Olympischen Spiele 2012 in London zu sichern. "Wir können jetzt mit unseren jungen Spielern ohne existentiellen Druck weiterarbeiten", freute sich Bundestrainer Dirk Bauermann.

Seine Auswahl hatte bei der EM in Polen im September die internationalen Beobachter beeindruckt, als sie nur knapp das Viertelfinale verpasste, obwohl Bauermann sie nach der Olympia-Teilnahme 2008 in Peking fast komplett neu zusammenstellen musste.

Einige Routiniers waren nach Olympia zurückgetreten, NBA-Profi Dirk Nowitzki (Dallas Mavericks) hatte sich zumindest eine Pause genommen, ebenso wie der Kollege Chris Kaman (Los Angeles Clippers). "Viele hatten deswegen ja einen Kollaps befürchtet", erklärte Bauermann: "Aber die jungen Spieler haben gezeigt, dass in Deutschland eine hochtalentierte Generation nachwächst, die in die Fußstapfen der EM-Silbermedaillengewinner von 2005 treten kann."

Nowitzki und Kaman grundsätzlich bereit zur Rückkehr

Ob Dirk Nowitzki, Deutschlands unbestritten bester Basketballer, im nächsten Sommer in die Nationalmannschaft zurückkehrt (und bei dieser Gelegenheit auch Chris Kaman wieder überredet mitzumachen), ist freilich offen. "Ich konzentriere mich jetzt erst einmal auf die NBA-Saison und danach hoffentlich auf die Playoffs", sagte der 31 Jahre alte Würzburger, "aber ich freue mich, dass meine Teamgefährten in jedem Fall die Chance haben, bei den nächsten großen Turnieren dabei zu sein."

Nowitzki hatte sich im vergangenen Jahrzehnt stets für die DBB-Auswahl zur Verfügung gestellt, im vergangenen Sommer aber auf Bitten seines Klubbesitzers Mark Cuban ausgesetzt, um seinem Körper etwas Erholung zu gönnen. Der Boss der Mavericks hat freilich auch signalisiert, dass er im Sommer 2010 prinzipiell wieder über eine Freigabe mit sich reden lasse.

Nowitzkis grundsätzliche Bereitschaft zu einer WM-Teilnahme und Kamans gleichlautendes Interesse haben sicher dazu beigetragen, dass Deutschland vom Central Board der Fiba als einer der Wildcard-Kandidaten ausgewählt wurde. Der Weltverband hat ja ein Interesse daran, bei seinem globalen Championat die besten Spieler der Welt zu präsentieren.

Deshalb führte er auch für die WM 2006 in Japan erstmals die Wildcard-Regelung ein, um sportlich nicht qualifizierte, aber durchaus attraktive Mannschaften ins Turnier holen zu können; seinerzeit hatte die Fiba außerdem das Teilnehmerfeld auf 24 aufgestockt. Als EM-Zweiter von 2005 waren die deutschen Männer damals sportlich qualifiziert; in Japan wurden Nowitzki und Co. dann Achter.

Die WM-Teilnahme 2010 in der Türkei wird die fünfte für den DBB sein. 1986 in Spanien reichte es nur zu Platz 13, 1994 in Kanada zu Rang zwölf. Bei der WM 2002 in den USA feierte der DBB dann mit dem Gewinn der Bronzemedaille einen seinen größten sportlichen Erfolge neben dem EM-Sieg 1993 in Deutschland und dem EM-Silber 2005 in Serbien.

© sueddeutsche.de/cai
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