Schonender hätte der Sonntag für die Basketballer des FC Bayern kaum laufen können. "Wir konnten sogar ein paar Minuten einsparen bei jenen Spielern, die in der Euroleague mehr spielen", freute sich Co-Trainer Slaven Rimac. Dabei hatte sich einer sogar 40 Spielminuten auf einmal eingespart: der Trainer höchstpersönlich. So sah es am Sonntag beim Bundesligaspiel gegen Medi Bayreuth kurzzeitig so aus, als würde zumindest an der Seitenlinie Ausgeglichenheit zwischen den Teams herrschen: Bayreuths Trainer Raoul Korner fehlte erkrankt und wurde einmal mehr durch Mauricio Parra vertreten, und dann fehlte auch der Chefcoach der Bayern - dieser wurde dann allerdings gleich durch drei Co-Trainer ersetzt, und auch der Kader war deutlich größer als jener der verletzungs- und virengeplagten Oberfranken. Beim 83:60-Erfolg der Bayern kamen auch alle Bayern-Spieler zum Einsatz, alle erzielten Punkte und verteilten so die physische Last auf mehreren Schultern - wenngleich Deshaun Thomas vor allem mit einer beeindruckenden Dreierquote allen davonzog und mehr als ein Viertel aller Zähler verbuchte (21).
Trinchieri indes saß in der Halle und sah entspannt zu. "Auch Trainer verbrauchen Energie, wenn auch nicht körperlich", sagte Rimac, so viele Spiele in so kurzer Zeit seien schon sehr erschöpfend. Allein in der aktuellen Woche stehen noch drei Spiele an, an diesem Dienstagabend die Partie beim FC Barcelona (21 Uhr), am Donnerstag das Heimspiel gegen Maccabi Tel Aviv (20.30, Audi Dome). "Barça ist in jedem Fall ein Final-Four-Team, ihr Kader ist prall gefüllt mit Qualität, und sie haben wieder eine tolle Saison", sagte der erholte Bayern-Coach Trinchieri. Zumindest ist seiner Mannschaft kein Verschleiß anzumerken, sie hat nun sechs Spiele in Serie gewonnen. Umgekehrt folgte einen Tag später eine Hiobsbotschaft für Bayreuth: Shooting Guard Marcus Thornton fällt bis auf Weiteres mit einem Fingerbruch aus.
