Basketball-PlayoffsNoch ein Sieg fehlt zum Finaleinzug

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Bayerns Xavier Rathan-Mayes (li.) ist auch von Bonns Joel Aminu nicht zu stoppen, der kanadische Guard war mit 20 Punkten bester Münchner Schütze.
Bayerns Xavier Rathan-Mayes (li.) ist auch von Bonns Joel Aminu nicht zu stoppen, der kanadische Guard war mit 20 Punkten bester Münchner Schütze. Oryk Haist/Imago
  • Der FC Bayern München gewinnt das zweite Playoff-Halbfinalspiel gegen die Telekom Baskets Bonn deutlich mit 91:69 und führt die Serie mit 2:0.
  • Nach einer schwachen ersten Partie verbesserten sich die Münchner vor allem beim Reboundspiel und gewannen dieses Duell mit 41:35.
  • Am kommenden Donnerstag kann der Titelverteidiger in Bonn vorzeitig das Finale erreichen, wo wahrscheinlich Alba Berlin wartet.
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Die Basketballer des FC Bayern gehen in der Halbfinalserie gegen die Baskets Bonn 2:0 in Führung – und beweisen, dass sie aus ihren jüngsten Fehlern gelernt haben.

Von Ralf Tögel

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Am Montagabend durfte der strenge Lehrer mit seiner Klasse schon deutlich zufriedener sein als zwei Tage zuvor. „Wir müssen schnell aus unseren Fehlern lernen“, hatte Svetislav Pesic nach dem knappen 83:78-Sieg gegen die Telekom Baskets Bonn geschimpft. Der Trainer des FC Bayern pflegt gerne das offene Wort, sprach gar davon, dass „wir versagt haben“. Womit er in erster Linie das mangelhafte Rebound-Spiel seiner Schüler kritisierte, jenes Fach also, auf das er sie im Besonderen vorbereitet hatte. Ihre Hausaufgaben jedenfalls haben die Münchner Basketballer mit dem 91:69-Sieg im zweiten Spiel des Playoff-Halbfinales zufriedenstellend erledigt, einer Drei am Samstag folgte eine Eins minus am Montagabend, das Vorrücken ist zum Greifen nahe.

Vor allem die erste Halbzeit der zweiten Partie der Best-of-five-Serie geriet zu einer ähnlichen Demonstration wie die drei Spiele des Viertelfinales, als die Bayern hoffnungslos überforderte Gladiators aus Trier mit einem Sweep, drei deutlichen Siegen in Serie, aus dem Rennen warfen. Halbfinalgegner Bonn jedenfalls lag zur Halbzeit mit 27:50 mehr als vorentscheidend hinten, die beiden restlichen Viertel der Partie gerieten zu einem Münchner Auslaufen, was die Bestnote etwas schmälerte. Dabei war Münchens Bester nicht mit von der Partie, Andreas Obst zwickte der Magen, der Topscorer blieb zu Hause im Bett, dürfte aber in Spiel drei am kommenden Donnerstag in Bonn (18.30 Uhr, Dyn) wieder dabei sein. Dann kann der Titelverteidiger vorzeitig das Finale buchen.

Wenn alle Spieler im Münchner Kader fit sind, hat Trainer Svetislav Pesic die Qual der Wahl

Für ihn übernahm Xavier Rathan-Mayes, mit 20 Zählern als eifrigster Punktesammler, Oscar da Silva (17), Nenad Dimitrijevic (13) und Isaiah Mike (10) trafen ebenfalls zweistellig. Eine Leistung aber dürfte den Trainer besonders erfreut haben, die Bayern gewannen das Reboundduell gegen Bonn mit 41:35. Im ersten Vergleich war das noch ganz anders, obwohl Pesic eindringlich vor dieser Stärke des Gegners gewarnt hatte: „Das ist die beste Mannschaft bei den Offensiv-Rebounds“, erinnerte der 76-Jährige: „Sie haben einen Schnitt von mehr als 15 pro Partie im Saisonverlauf. Und gegen uns haben sie 18 geholt“. Es ist die große Stärke im Spiel der Bonner, wie auch Cheftrainer Marko Stankovic gerne zugibt: „Das ist kein Geheimnis, wir haben danach die Spieler und Charaktere für unser Team ausgesucht.“

Zur Verdeutlichung rechnete Pesic die Folgen vor: „Sie hatten 71:58 Würfe, 13 Würfe mehr als wir. Ich weiß nicht, wie sie dieses Spiel verloren haben.“ Die Erklärung lieferte der Bonner Guard Joel Aminu: „Wir waren zwei Minuten nicht da, das darfst du dir gegen ein Team wie die Bayern nicht erlauben.“ Am Montagabend nun waren die Baskets zwei Viertel nicht da, das darf man sich gegen diese individuelle Übermacht erst recht nicht erlauben. Dabei fehlte neben Obst auch Center Wenyen Gabriel, der in Spiel eins, in dem Bonn zweieinhalb Minuten vor dem Ende noch mit 12 Punkten führte (64:52), zu den Lichtblicken in einer pomadigen Münchner Auswahl zählte. Dafür rotierte dieses Mal der 2,08 Meter große Muskelberg David McCormack ins Team, Pesic hat in diesem Kader, in dem wegen der 6+6-Regel in der Bundesliga neben sechs deutschen Spielern nur sechs Ausländer mitwirken dürfen, stets die Qual der Wahl.

Nun deutet alles auf das erwartete Finale zwischen den zwei Liga-Schwergewichten München und Berlin hin, denn auch Alba liegt in der Halbfinalserie 2:0 in Führung. Nach den Schwierigkeiten im Viertelfinale gegen Vechta, das Berlin erst im fünften Spiel mit 3:2 für sich entschied, waren die beiden Heimpartien gegen Bamberg jeweils klare Angelegenheiten: Dem 105:86 folgte in Partie zwei in eigener Halle ein 85:71, wobei man den Eindruck gewinnen konnte, dass dem oberfränkischen Pokalsieger nach einer fabelhaften Saison langsam die Kräfte ausgehen. Ein Umstand, den kein Gegner vom FC Bayern erhoffen sollte.

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