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Allstar Game der NBA:LeBron gegen das Gaudispiel

Los Angeles Lakers v Atlanta Hawks

Ist nicht wirklich amüsiert über das Allstar-Game: LeBron James von den Los Angeles Lakers.

(Foto: Kevin C. Cox/AFP)

Die besten Basketballer der Welt beim Dunking-Fest in Atlanta? Daran haben manche Profis aufgrund von Corona überhaupt kein Interesse.

Von Jonas Beckenkamp

Ein bisschen tragisch ist es schon, wenn auf die vermeintlich größte Show des Basketballs plötzlich die Protagonisten keine Lust mehr haben. Normalerweise balgen sich die Profis der Nordamerikanischen Profiliga NBA ja um die Plätze beim Allstar Spiel, man will schließlich dabei sein, wenn die Welt den fliegenden Jungs beim Dunking-Fest zuschaut. Aber nicht in diesem Jahr, nicht während der Coronapandemie, nicht, wenn es nach LeBron James geht.

Dem Muskelmann der Los Angeles Lakers ist kaum nach Feiern zumute, dabei wäre er fest eingeplant bei der Sause am 7. März in Atlanta. Er und 23 weitere Basketballer sollen ein wenig zaubern und gute Laune verbreiten, so will es die Liga.

"Ich habe wirklich null Energie und null Begeisterung für ein All-Star-Game in dieser Saison", findet James und ist mit seiner Haltung nicht allein. Auch sein Kollege De'Aaron Fox von den Sacramento Kings findet das Gaudispiel, zu dem die von Fans und Trainern gewählten Lieblinge aus ganz Amerika zusammenkommen, einfach nur "eine dumme Idee". Die Pandemie-Saison verlangt den Profis mit ihren pausenlosen Reisen und Spielen im Zwei-Tages-Rhythmus alles ab; da wären ein paar freie Tage so manchem lieber als ein Spaß-Event fürs Fernsehen. Noch dazu ohne Fans und mit Masken in jeder spielfreien Sekunde.

In der NBA ist es nicht anders als im europäischen Fußball: Der gepresste Spielplan laugt das Personal über die Maßen aus, die Motivation für jegliche Extraschichten geht gegen Null. Er habe kein Verständnis für dieses Spiel angesichts der kurzen Pause zwischen dem Ende der vergangenen Saison und dem Start in diese Spielzeit, erklärte James: "Für uns Spieler ist das ein Schlag ins Gesicht, wir hätten die Auszeit wirklich gebraucht." Boykottieren werde er das Ereignis zwar nicht, doch er kündigte jetzt schon an, wie er sich seinen Auftritt vorstellt: "Ich werde physisch anwesend sein, aber nicht mental."

Mitentschieden über die Austragung des Events hatten derweil aber auch James' Kollegen. Gemeinsam mit der Liga einigte sich die Spielergewerkschaft am Donnerstag darauf, das zunächst abgesagte Event doch durchzuführen. Teile des Erlöses sollen offenbar an Menschen in Corona-Nöten gespendet werden. So würde wohl auch De'Aaron Fox am Ende auflaufen, wenn er ins Team gewählt wird: "Wenn du dich weigerst, bekommst du eine heftige Strafe, also was soll ich tun?" Das klingt eher nach Zwang als nach Show.

© SZ/ebc
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