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Basketball:Mutige Merlins

Der FC Bayern müht sich zum Heimsieg gegen Crailsheim. "Wir haben harte Wochen hinter uns", resümierte Münchens Coach Dejan Radonjic, "aber am Ende des Spiels haben wir irgendwo noch Energie gefunden."

Die FC-Bayern-Basketballer bleiben hierzulande das Maß der Dinge: Am Sonntagabend gewannen sie auch das zehnte Bundesligaspiel dieser Saison, 82:63 (45:35) gegen die Merlins Crailsheim, und festigten damit ihre Tabellenführung vor den MHP Riesen Ludwigsburg (18:2 Punkte), die am Nachmittag die Löwen Braunschweig 91:77 besiegt hatten. Vor 4863 Zuschauern im Audi Dome waren Greg Monroe mit 14 Punkten, DeMarcus Nelson und Vladimir Lucic mit je 13 sowie Danilo Barthel mit zehn Zählern die erfolgreichsten Werfer für den deutschen Meister. Kapitän Barthel gab jedoch zu: "Wir haben uns sehr schwer getan gegen eine starke Mannschaft. Das Ergebnis sieht deutlicher aus, als es war."

Zwei Tage nach der herben 75:104-Niederlage in der Euroleague beim neuen Tabellenführer Anadolu Efes Istanbul konnten die in der europäischen Königsklasse auf Rang 16 zurückgefallenen Münchner nicht wirklich überzeugen gegen Crailsheim, den Fast-Absteiger der vorigen Saison. Binnen fünf Minuten ließen die FC-Bayern-Profis einen 13-Punkte-Vorsprung (51:38/23.) auf drei Zähler zusammenschnurren (55:52/28.), wenig später sogar auf nur noch einen (57:56/31.). In dieser Phase, als das Spiel zu kippen drohte, sorgte erst Nelson mit einigen Korblegern für etwas Spielraum, ehe vor allem Lucic und Diego Flaccadori (neun Punkte) für den gebührenden und letztlich entscheidenden Abstand sorgten.

Bis in die Schlussminuten hinein zeigten fast komplett runderneuerten Merlins jedoch, wie sie sich in diesem Spieljahr zum Überraschungsteam der Liga entwickelt haben. Mit sechs Siegen in den ersten acht Partien rangierten sie ja auf einem Playoff-Platz, auf der Homepage der Basketball-Bundesliga (BBL) firmieren sie sogar schon als "Cinderella Crailsheim", wegen ihres märchenhaften Aufstiegs vom Aschenputtel. Auch gegen den großen Favoriten agierten die Merlins mutig, probierten immer wieder mit spektakulären Alley-oops, die Münchner Defensive zu überwinden. Allerdings klappte das Zuspiel über Ringniveau nur selten, auch die Distanzwürfe fielen nicht wie gewohnt. "Wir hatten nicht so viel offensiven Erfolg wie zuletzt", resümierte Merlins-Coach Tuoumas Ilsalo. Seine Mannschaft war ja angereist als angriffsstärkstes des ersten Saisondrittels, durchschnittlich erzielte sie 95 Punkte pro Partie.

Zumindest mit der defensiven Leistung seines Teams konnte FC-Bayern-Trainer Dejan Radonjic also zufrieden sein. "Wir haben harte Wochen hinter uns", resümierte der Montenegriner angesichts der Euroleague-Belastung, "aber am Ende des Spiels haben wir irgendwo noch Energie gefunden."