Basketball in der NBA:Hartenstein darf unter Kraftprotze

Basketball Hamburg 18 08 2017 DBB Nationalmannschaft Nationalteam Herren Supercup Tag 1 Deutschland; Isaiah Hartenstein

Isaiah Hartenstein im Trikot des Nationalteams - so zeigte er bei der vergangenen EM einige gute Ansätze.

(Foto: imago/Camera 4)
  • Basketballer Isaiah Hartenstein wechselt in die NBA zu den Houston Rockets.
  • Dort gelangt er in ein Team, das bei gutem Saisonverlauf um die Meisterschaft mitspielen könnte.
  • Der 20-Jährige ist einer von vielen deutschen Basketballern, die neuerdings in den USA auf sich aufmerksam machen.

Von Jonas Beckenkamp

Als die Sache mit den Houston Rockets eingetütet war, hat Isaiah Hartenstein erst einmal ein paar Nachrichten auf seinem Handy bekommen. Eine erreichte ihn von Dennis Schröder, seinem NBA-Kollegen, den er aus der Nationalmannschaft kennt. NBA, Nationalteam, Houston - es tut sich gerade einiges im Leben des Basketballers Hartenstein, dabei ist er vor kurzem erst 20 Jahre alt geworden. In dem Alter unterschreiben andere höchstens mal eine Immatrikulation an der Uni oder einen Ausbildungsvertrag.

Hartenstein, der Junge aus dem Artland in Niedersachsen, unterschrieb Ende Juli einen Kontrakt in der besten Basketballliga der Welt. Er ist jetzt ganz offiziell Mitspieler von James Harden und Chris Paul. Wer ab und zu mal beim Basketball reinzappt, kennt natürlich den Rauschebart Hardens und die Zuckerpässe des Spielmachers Paul. Isaiah Hartenstein kennt beide jetzt persönlich. Er sagt: "Sie sind ganz normale Typen."

Dass ein junger deutscher Riese (Hartenstein misst 2,13 Meter) in die NBA wechselt und über seine berühmten Teamkameraden plaudert, ist noch immer eine Besonderheit. Doch in den vergangenen beiden Jahren sind es mehr geworden, genauer gesagt: So viele wie nie zuvor. Hartenstein firmiert aktuell als einer von sieben Deutschen mit gültigen Arbeitspapieren in der National Basketball Association und er ist noch nicht mal der jüngste. Dirk Nowitzki, 40, und Maxi Kleber, 26, in Dallas, Moritz Wagner, 21, und Isaac Bonga, 18, bei den LA Lakers, Schröder, 24, in Oklahoma und Daniel Theis, 26, in Boston - diese Liste bestätigt einen Trend, der immer offensichtlicher wird: Der deutsche Basketball produziert plötzlich richtig gute Spieler.

Ein "großartiges Gefühl" sei es, dass er jetzt in der NBA dazu gehört, erzählt Hartenstein mit norddeutschem Nuscheln. Ihm ist anzumerken, dass er immer noch ein wenig geplättet ist vom Einstieg in die neue Glitzerwelt, vom Umzug mit Sack und Pack, der gerade über die Bühne geht. "Dass ich dort jetzt spielen kann, ist natürlich ein Traum." Zwei Jahre sind ihm laut Vertrag erst einmal garantiert in Houston, ein drittes könnte folgen. Genug Zeit, um sich Minuten im 15er-Kader zu erkämpfen - die braucht er, um zu lernen, um besser zu werden. Hartenstein hat ein paar entscheidende Vorteile, die etwa Dennis Schröder oder Dirk Nowitzki bei ihrer Ankunft in den USA nicht hatten. Sie plumpsten in ihrem ersten Jahr erst einmal in ein Loch.

Hartenstein kennt das Leben drüben bereits, weil er im Bundestaat Oregon geboren wurde und erst später mit seiner Familie nach Deutschland umsiedelte. Sein Vater Florian spielte selbst Basketball, nach seiner Zeit am College in Eugene wurde aus ihm ein solider Bundesligaprofi. Heute berät er seinen Sohn in sportlichen Fragen - während die Mutter, eine Amerikanerin, aktuell mit Isaiah die Wohnungssuche in Houston organisiert. Auch sportlich könnte ihm der Kulturschock erspart bleiben. Er ist mit dem deutlich kraftprotzigeren amerikanischen Basketball vertraut, seitdem er das vergangene Jahr mit der zweiten Mannschaft der Rockets in der G-League verbrachte. Und noch ein Faktor kommt Hartenstein entgegen: Er gelangt als Rookie direkt zu einem Klub, der vorne mitspielt.

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