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Basketball-Finale:Warum Bamberg so unverschämt dominant ist

Brose Baskets v EWE Baskets Oldenburg - BBL Finals Game 3

Überlegener Bamberger: Fabien Causeur

(Foto: Hans-Martin Issler/Bongarts/Gett)
  • Brose Bamberg wird zum dritten Mal in Folge deutscher Basketball-Meister.
  • Auch der FC Bayern hat gegen das Team aus Franken keine Chance.
  • Trainer Trinchieri lässt einen ungewöhnlichen Basketball spielen. In Deutschland findet kein Team ein Mittel dagegen.

Gegen die Krawatte hatte sich Freaky erfolgreich gewehrt. Ansonsten war er tadellos angezogen. Er trug unter dem edlen schwarzen Anzug ein weißes Hemd. Schick sah das aus, dem Ereignis angemessen. Für gewöhnlich streift sich das Maskottchen, ein Braunbär, eine schlichte rote kurze Sporthose und ein ärmelloses Trikot in der gleichen Farbe über, wie die Spieler von Brose Bamberg eben auch. Aber am Sonntag durfte es ein bisschen eleganter sein, die Meisterfeier in der Basketball-Bundesliga stand ja an. Davon waren sie zumindest alle ausgegangen in Bamberg nach einer 2:0-Führung in der Finalserie gegen die EWE Baskets Oldenburg, Freaky, die Bamberger Spieler und Trainer, auch die Führungsfiguren des Klubs.

Nach vierzig anstrengenden Minuten durften sie dann auch alle ausgelassen im Kreis tanzen wie Kinder an ihrem Geburtstag. Doch es war zunächst kein Schaulaufen, eher ein Kampf. Die Oldenburger, die nichts mehr zu verlieren hatten, weigerten sich, nur als staunende Statisten der Meisterfeier beizuwohnen. Sie waren gewillt, ein viertes Spiel herbeizuführen und den Bambergern so lästige Überstunden aufzuzwingen. Lange war die Partie spannend, bis zum Ende des dritten Viertel (49:49). Weil die Bamberger nicht so gut trafen, wie sie es eigentlich können.

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Am Ende setzten sie sich dann aber doch durch, dank ihrer Raffinesse, Erfahrung und Klasse ihrer formidablen Einzelspieler um Fabien Causeur, Darius Miller und Maodo Lo, mit 15 Punkten bester Werfer. 76:58 (39:34) gewann Bamberg auch Spiel drei und holte sich so die dritte Meisterschaft nacheinander; den Pokal hatten sie schon im Februar errungen. Es ist die neunte Meisterschaft der Klubhistorie, die neunte seit 2005 wohlgemerkt, da hatte unter dem früheren Bundestrainer Dirk Bauermann alles angefangen. Es war der Beginn einer Ära, in der es den Bambergern längst gelungen ist, die Geschichte des deutschen Basketballs umzuschreiben. "Ich bin extrem stolz auf die Mannschaft, weil auch in Bamberg nicht automatisch die Bäume in den Himmel wachsen", befand Geschäftsführer Rolf Beyer.

Bambergs Cheftrainer Trinchieri verlängert seinen Vertrag

Neben dem Titel hatten der Bamberger Anhang am Sonntag noch etwas anderes zu feiern: die Vertragsverlängerung des umworbenen Trainers Andrea Trinchieri. Der 48-Jährige setzte seine Unterschrift unter einen Einjahresvertrag, mit Option für eine weitere Saison. Nach SZ-Informationen soll auch Nationalspieler Daniel Theis in Bamberg bleiben, sofern er keinen Verein in der US-Profiliga NBA findet. "Mit unserem Coach wollen wir unsere Erfolgsgeschichte weiterschreiben", sagte Beyer, "weil er gezeigt hat, dass er Titel gewinnen kann." Trinchieri hatte am Sonntag keine Lust, über seine neuen Arbeitspapiere zu sprechen. "Heute feiere ich", sagte er stattdessen, "und werde so viel Alkohol trinken wie der Main-Donau-Kanal Wasser hat."