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Basketball: FC Bayern München:"Wir werden aufsteigen"

Die Basketballer des FC Bayern sind trotz Verletzungen Tabellenführer der zweiten Liga. Auch die Münchner Zuschauer nehmen das neue Projekt an - obwohl die Heimspiele in einem drolligen "Wohnzimmer" stattfinden.

Am Ende sang die Olympia-Eishalle sogar "Oh, wie ist das schön" - als hätten die Zuschauer geahnt, dass an diesem Samstagabend noch Schützenhilfe zu erwarten ist. Das eher unspektakuläre 91:65 gegen die Crailsheim Merlins hatte diesen Klassiker der Fan-Sangeskunst eigentlich nicht verdient. Doch weil Konkurrent Würzburg unerwartet in Paderborn strauchelte, sind die Pro-A-Basketballer des FC Bayern München neuer Tabellenführer. Wenigstens ein Ableger des stolzen Vereins, der derzeit die in ihn gesetzten Erwartungen in der Tabelle erfüllt.

FC Bayern Muenchen v UBC Hannover Tigers - 2. Basketball Bundesliga

"Wir sind auf einem guten Weg. Und wir werden aufsteigen": Bayern-Coach Dirk Bauermann verbreitet Zuversicht.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Die ersten beiden Plätze reichen zum Aufstieg in die Bundesliga. Das Team von Trainer Dirk Bauermann ist also im Soll. Sie waren gestolpert vor drei Wochen, als der FCB in Würzburg verlor und sich die gesamte Liga ins Fäustchen lachte. War es doch utopisch, sich mit dem Bundestrainer, diversen Nationalspielern und viel Geld den Aufstieg erkaufen zu können?

Mittlerweile läuft die "Mission Aufstieg" wieder, wenn auch nicht so reibungslos wie erhofft. Das liegt zum einen an der Stärke der anderen Teams, zum anderen an den vielen verletzten FCB-Akteuren. Den gänzlich ungefährdeten Durchmarsch in die BBL, das wissen die Verantwortlichen genau, wird es für das wohl spannendste Projekt im deutschen Basketball nicht geben.

Das Spiel gegen Crailsheim war dafür in gewisser Weise symptomatisch. Die Bayern dominierten, sie brillierten aber nicht. Die Freiwurfquote war auffällig mies, anfangs konnte der Außenseiter aus Crailsheim sogar mithalten. Ein stärkerer Gegner hätte den Bayern an diesem Abend durchaus Probleme bereitet. Offenen Szenenapplaus gab es nur, wenn mal einer mit einer wilden Aktion ausbrach. So wie Nationalspieler Robert Garrett, der auch nach einem Schubser im Fallen noch seinen Dreier versenkte.

Unzufrieden ist der Taktiker Bauermann deshalb nicht. "Wenn man in Rechnung stellt, unter welchen Umständen wir bislang 16:2 Punkte geholt haben, können wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt sehr zufrieden sein", sagte er nach dem Spiel. Die schweren Verletzungen der Nationalspieler Steffen Hamann (Mittelfußbruch) und Demond Greene (Achillessehnenriss) haben den Aufstiegsfavoriten kurzzeitig nervös werden lassen. Nun verbreitet Bauermann wieder glaubhaft Zuversicht: "Wir sind auf einem guten Weg. Und wir werden aufsteigen."

Das Münchner Publikum ist dafür dankbar - und hat den für die Stadt recht neuen Sport angenommen. Mit mehr als 3000 Zuschauern ist die Halle regelmäßig offiziell ausverkauft, zum Spitzenspiel in drei Wochen gegen Osnabrück wird die Kapazität testweise um 550 Plätze erhöht. Per U-Bahn strömen die Fans zur Halle, es wird weniger Bier getrunken als vor den Spielen der Fußballkollegen, dafür sind die Gespräche deutlich fachkundiger.

Bauermann ist beeindruckt. "Es macht uns stolz zu sehen, dass wir die Leute zufriedenstellen können", sagte er. In Bamberg, wo er zuvor jahrelang Trainer war und Deutscher Meister wurde, hat er die große Euphorie einer ganzen Stadt erlebt, die ihre Basketballer vergöttert. In München sieht er nun zumindest etwas wachsen.

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