Nachdem die Basketballer des FC Bayern die Königspersonalie in den vergangenen Tagen abgeräumt haben, werden immer neue Spielerverpflichtungen öffentlich. Sprich: Die Münchner sind eifrig dabei, einen Kader zusammenzustellen, der die frustrierend verlaufene und titellose Saison verblassen lassen soll. Diese Aufgabe haben Präsident Herbert Hainer und Geschäftsführer Adrian Sarmiento in die Hände des neuen Sportdirektors Thorsten Leibenath gelegt, der vom Ligakonkurrenten Ratiopharm Ulm an die Isar gewechselt ist. Sein erster Angestellter ist, wie schon länger bekannt, Trainer Anton Gavel, der 2018 bei den Bayern mit dem deutschen Meistertitel seine aktive Karriere beendet hat.
Der Ärger um die Ablöse mit Gavels bisherigem Arbeitgeber Bamberg ist beigelegt. Somit ist das Ulmer Meisterduo von 2023 komplett und soll nun in München ähnliche Heldentaten vollbringen. Die Ziele sind, gemessen an den Ansprüchen des Branchenprimus, ohnehin bekannt: das Double aus Pokal und Meisterschaft sowie das Erreichen der K.-o.-Runde in der Euroleague. All das also, was die Mannschaft in der gerade abgelaufenen Spielzeit nicht geschafft hat, entsprechend umfänglich wird der Neustart vollzogen.
Fünf Spieler müssen gehen, Duane Washington kommt vom Euroleague-Konkurrenten Partizan Belgrad
Stefan Jovic, Leon Kratzer, Isiaha Mike, Xavier Rathan-Mayes und Nenad Dimitrijevic wurden dafür als entbehrlich befunden und werden den Verein verlassen. Wobei nur Letzterer in den Meisterschafts-Playoffs überzeugte; angesichts der Rückkehr des Litauers Rokas Jokubaitis, der die gesamte Saison verletzt war, ist also kein Platz mehr für Dimitrijevic auf der Spielmacherposition.
In Johannes Thiemann hat indes der nächste Welt- und Europameister für zwei Jahre unterschrieben (plus Option für ein weiteres), zudem kommt Tobias Jensen aus Ulm. Der 22-jährige dänische Nationalspieler gilt als großes Talent, zu dessen Entwicklung Sportdirektor Leibenath und Trainer Gavel in ihrer Ulmer Zeit maßgeblich beigetragen haben; Jensen hat bis 2030 beim FCB unterschrieben. Der aktuellste Zugang ist Duane Washington Jr., der 26-jährige US-Amerikaner wechselt vom Euroleague-Konkurrenten Partizan Belgrad und hat für zwei Jahre unterzeichnet. Der in Frankfurt geborene Spielmacher kommt mit der Empfehlung von 79 NBA-Partien für die Indiana Pacers sowie die Phoenix Suns und war beim serbischen Topklub mit knapp 15 Punkten im Schnitt pro Spiel zweitbester Schütze. In München soll er mit Andreas Obst ein gefährliches Distanzschützen-Duo bilden. Es dürfte nicht die letzte Personalie sein, die die Bayern noch vermelden.

